David Rytman Slavitt
Alice über alles

Slavitt, David Rytman

Alice über alles

Die Kinderliebe des genialen Erzählers Lewis Caroll

Aus dem Amerikanischen von Heide Sommer

Ein Stück Weltliteratur - und seine verborgene Wahrheit
Jeder kennt und liebt Alice im Wunderland? Alice über alles ist der realistisch und zugleich anmutig erzählte, freilich auch kompromittierende Roman über die Beziehung des Autors Lewis Carroll zu seinen Kinderfreundinnen - und was das Leben aus ihnen machte.
Im Herbst des Jahres 1932 verlieh die Columbia-Universität in New York in feierlichem Zeremoniell der achtzigjährigen Alice Hargreaves die Würde einer Ehrendoktorin für ihre Verdienste um die Literatur, die sie sich als Vorbild der titelgebenden Figur im genial-absurden Märchen von Lewis Carroll erworben hatte.
David R. Slavitt, Lyriker, Romancier und Übersetzer, hat diese groteske Szenerie nicht erfunden, sie ist historisch verbürgt. Die Auszeichnung galt natürlich nicht nur dem Charme eines Kindes, das die Phantasie des schüchtern-stotternden Universitätsdozenten beflügelte, sondern dem Kauz selber, der in kurioser Mischung Mathematik, klassische Literatur und Theologie am Christ College in Oxford lehrte. Lewis Carroll war, vernarrt in kleine Mädchen, denen auch seine zweite Passion galt: die Fotografie.
Die Ehrendoktorwürde wurde für die alte Alice zum Anlass, sich der Wahrheit jener fragwürdigen Liebe des so viel älteren Gelehrten zu ihr und zu ihren Nachfolgerinnen zu öffnen. So ist »Alice über alles« der realistisch und zugleich anmutig und kunstvoll ironisch erzählte, freilich auch kompromittierende Roman über die Beziehung des Autors Lewis Carroll zu seinen Kinderfreundinnen - und was das Leben aus ihnen machte.

»Das Buch lebt von seinem diskret-indiskreten Stil. Vom konventionellen Denken der Menschen und ihrem sittenlosen Tun. Es strotzt vor philosophischen Überlegungen und einer Ironie, die die Schwächen der Figuren begleitet ... Ein lesenswertes Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte.« Waltraut Worthmann von Rode, hr2 Mikado

»Slavitt wollte offenkundig keine »Lolita«-Geschichte schreiben, sondern einen psychologisch plausiblen Roman über ein Gespinst aus Erinnerung, Verklärung und Verdächtigung ...Was wir in diesen atmosphärisch dichten spätviktorianischen Szenen erkennen können, ist die mitunter schmerzhafte Kollision der Kinderträume mit der Erwachsenenwelt.« Holger Schlodder, NDR Kultur

»Verborgene Wahrheit – Die Geschichte der wahren Alice führt nicht ins Wunderland.« Focus

David R. Slavitt, 1935 in White Plains, New York geboren, bewies in seinem poetischen, erzählerischen und essayistischen Werk, daß er in der Welt der Antike genauso zu Hause ist wie in der von William Shakespeare oder der Moderne. Wie viele amerikanische Schriftsteller hat er lange Jahre an großen Universitäten gelehrt.

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