Buch, Hans Christoph

Nolde und ich

Ein Südseetraum


1 x 'Nolde und ich' bestellen Als E-Book kaufen

Ein Stück deutscher Kolonialgeschichte und längst nicht mehr ein exotischer Sehnsuchtsort: Papua-Neuguinea. Auch der Maler Emil Nolde reiste kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs nach damals Deutsch-Neuguinea mit dessen erster Hauptstadt Friedrich-Wilhelmshafen.

Hans Christoph Buch, dessen scharfsischtige Reportagen immer Erkenntnis garantieren, sucht die Spuren einer deutschen Geschichte.

»Den Naturvölkern gegenüber haust Europa mit barbarischer Mordgier, Völker und Rassen vernichtend – unter dem Deckmantel der Zivilisation. Raubtiere kennen kein Mitleid – wir Kulturmenschen noch weniger.« Emil Nolde

Der expressionistische Maler Emil Nolde, der im Ruf eines fanatischen Antisemiten stand, reiste mit seiner Frau Ada auf abenteuerlichen Wegen in die Südsee: über Russland, Japan und China nach Deutsch-Neuguinea als Teilnehmer einer 1913/1914 stattfindenden Expedition. Emil Nolde war als Zeichner verpflichtet worden. Deutsch-Neuguinea wurde ihm zum Schlüsselerlebnis auf dem Weg zum eigenen künstlerischen Stil – und er entdeckte die Liebe.

»Ja, so könnte es gewesen sein, aber nein, so war es nicht.« Hans Christoph Buch verbindet die Erhellung der Reise Emil Noldes vor einhundert Jahren mit Momentaufnahmen des heutigen Papua-Neuguinea – »...und das liegt näher als Du denkst«, lautet der Werbeslogan der Niugini Airways.

Eine ganz andere Perspektive auf das Land eröffnet die Geschichte Queen Emmas, einer grandiosen Unternehmerin, halb Amerikanerin, halb Samoanerin, die es zu sagenhaftem Reichtum brachte und ein legendäres Leben in der besseren Südsee-Gesellschaft führte. Sie starb im selben Jahr, in dem Nolde zu seiner Reise in die Südsee aufbrach.

Personen, so fabuliert-fiktiv wie realistisch scharf nachgezeichnet, die sich im Raum, aber nicht in der Zeit treffen und gemeinsam das Bild eines unbekannten Landes entwerfen – auch ein Stück deutscher Kultur- und Kolonialgeschichte am Vorabend des Ersten Weltkriegs.

»... Glanzstück des Buchs ist die Novelle über Queen Emma ... Hier beweist Buch geadezu kleistsches Format.« Thomas Schwarz, literaturkritik.de, 16.07.2014

»Beim Blick auf Leben und Werk von Hans Christoph Buch kommt man ... um die Erkenntnis nicht herum, dass Reisen und Schreiben bei ihm zusammengehören.« Peter Kohl, Badische Neueste Nachrichten vom 07.05.2014

»Ein großartiges Beispiel zeitgemäßer Reise- und Abenteuerliteratur.« Monika Melchert, Neues Deutschland vom 30.04.2014

»Buch, der ein grosser Reisender ist, bettet Noldes Aufenthalt in eine wunderbar hybride Mischung aus Roman, Reisebericht und Geschichtsschreibung, die Vergangenheit und Gegenwart auf vertrackte Weise miteinander verknotet.« Martin Zingg, Neue Zürcher Zeitung vom 13.04.2014

»Throw away leg, das sei Neuguinea-Englisch und soll bedeuten: das Bein wegwerfen, auf Reisen gehen. Als Leser profitiert man von der Welthaltigkeit der Werke Hans Christoph Buchs. Dieser Autor, der am morgigen Sonntag seinen siebzigsten Geburtstag feiert, hat sich nie gescheut, das Bein weit wegzuwerfen.« Wolfgang Schneider, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12.04.2014

»Seine Eindrücke, Erfahrungen und historisch versierten Analysen sind in der Nachfolge Bruce Chatwins stehende scharfsichtige Reportagen aus fernen Ländern ... Auch wenn die Grenze zwischen Fakten und Fiktion gelegentlich ironisierend überschritten wird ... stellt Buchs Südseetraum eine sinnfällige Verschmelzung der beiden im Abstand von hundert Jahren vorgenommenen Reisen dar.« Cornelia Staudacher, Stuttgarter Zeitung vom 11.04.2014

»Herrlich, so unangestrengt war HC Buch selten.« Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau vom 25.01.2014

»Sehr aufwändig ... sehr liebevoll gemacht, dieses Buch.« Roland Schneider, RBB Kulturradio, 03.01.2014

»Wer hätte gedacht, dass es für Buch, den poeta doctus unter den Kriegsreportern mit Blut im Schuh, noch neue Länder zu erforschen gibt. Genau das geschieht in seinen beiden autobiografischen Fiktionen 'Nolde und ich' sowie 'Baron Samstag oder das Leben nach dem Tod' ... Wir verdanken Hans Christoph Buch ... die authentische Geschichte der schönen Gertrud Arnthal, die Emil Nolde vom Antisemitismus kurierte und heute irgendwo in den Tiefen des Mariannengrabens ruht - und gezielte Landeskunde.« Jan Röhnert, Tagesspiegel vom 20.12.2013

»Genau ein Jahrhundert später hat der Schriftsteller Hans Christoph Buch die Reise Emil Noldes auf eigene Faust wiederholt und einfühlsam dessen Verhalten rekonstruiert.« Carlos Widmann, Süddeutsche Zeitung vom 16.12.2013

»Aus den wechselnden Perspektiven ergeben sich überraschende An- und Einsichten.« Steffen Radlmaier, Nürnberger Nachrichten vom 30.11.2013

Hans Christoph Buch wurde 1944 in Wetzlar geboren. Er ist Erzähler, Essayist und Reporter und begleitet Die Andere Bibliothek als Autor seit vielen Jahren: Blut im Schuh (Bd. 204), Tanzende Schatten oder der Zombie bin ich (Bd. 235), Sansibar Blues (Bd. 287) und Apokalypse Afrika (Bd. 314). Der Autor lebt, wenn er nicht gerade unterwegs ist, in Berlin.

Nolde und ich

Wir empfehlen außerdem:

Fletcher, Robert James

Inseln der Illusion

Robert James Fletcher ist der Lockung der Südsee gefolgt wie viele andere vor ihm: Bougainville, Forster oder Stevenson. 1912 trifft er auf ...
Mehr
Inseln der Illusion
36,00 EUR
erschienen: 10.2013
Originalausgaben
1 x 'Inseln der Illusion' bestellen Warenkorb

Vom selben Autor

Buch, Hans Christoph

Tanzende Schatten oder Der Zombie bin ich

Haiti - Inbegriff einer Gegenwelt: Voodoo, Terror, exotisches Elend? Nicht nur dies alles, sagt Buch: Haiti ist auch ein schlechtes Spiegelbild E ...
Mehr
Tanzende Schatten oder Der Zombie bin ich
36,00 EUR
erschienen: 06.2004
Originalausgaben
1 x 'Tanzende Schatten oder Der Zombie bin ich' bestellen Warenkorb

Buch, Hans Christoph

Sansibar Blues

»Sklavenhandel, blutige Revolution und Kalter Krieg - ein deutsches Jahrhundert auf Sansibar« Sansibar. Schon der Name evoziert ein ...
Mehr
Sansibar Blues
36,00 EUR
erschienen: 11.2008
Originalausgaben
1 x 'Sansibar Blues' bestellen Warenkorb

Buch, Hans Christoph

Apokalypse Afrika oder Schiffbruch mit Zuschauern

Ein »Antagonist der bundesrepublikanischen Harmlosigkeit« (FAZ) Bedrohlichkeiten, Gewalt und Tod - unter den deutschen Romanciers, ...
Mehr
Apokalypse Afrika oder Schiffbruch mit Zuschauern
36,00 EUR
erschienen: 02.2011
Originalausgaben
1 x 'Apokalypse Afrika oder Schiffbruch mit Zuschauern' bestellen Warenkorb