Glatshteyn, Yankev

Emil und Karl

Übersetzt aus dem Jiddischen von Niki Graça und Esther Alexander-Ihme sowie mit einem Nachwort versehen von Evita Wiecki


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Es ist sein einziges Jugendbuch, erschienen 1940 auf Jiddisch in einem New Yorker Verlag. Nun erscheint Emil und Karl erstmals auf Deutsch.

Mit Yankev Glatshteyn ist einer der großen jiddischen Schriftsteller zu entdecken.

Wien 1938: Die beiden neunjährigen Freunde Emil und Karl sind plötzlich in dem von den Nazis annektierten Österreich auf sich allein gestellt. Ihre Eltern wurden vor ihren Augen verhaftet: die einen aufgrund ihrer sozialistischen Gesinnung, die anderen aufgrund ihres jüdischen Glaubens. Die beiden Jungen, all ihrer Sicherheiten beraubt, erleben Unfassbares, aber auch Unterstützung von Menschen, die für sie ihr Leben riskieren.

Familien werden zerstört, Menschen geschlagen, verhaftet und ermordet: Wie ist es für Kinder, an einem solchen Ort zu leben?

Durch die Augen von Kindern, die das Grauen um sie herum nicht begreifen können, hat Yankev Glatshteyn eines der ersten Bücher für junge Leser über den »Holocaust vor dem Holocaust« verfasst. Der jiddisch schreibende Poet, der vor allem mit seiner wilden und modernen Lyrik bekannt wurde, zeigt sich hier als Prophet.

Geschrieben für seine Kinder, ist Emil und Karl nicht einfach nur ein Jugendbuch, sondern ein Buch für Leser jeden Alters und jeder Sprache. Es ist ein Roman über die Situation von Kindern in einer unheilvollen Zeit. Aber vor allem ist es eine Geschichte über Freundschaft.

»Als fragile Helden bewegen sich Emil und Karl durch eine düstere Welt. Trost bietet nur innige Freundschaft und die Güte Einzelner ... Ein Text zum Vorlesen und eine sehr empfehlenswerte Lektüre für den Geschichtsunterricht.« Ines-Bianca Vogdt, 1000 und 1 Buch, Ausgabe Nr. 1, Februar 2015

»... eines der ersten bedeutenden Werke der Holocaust-Literatur ... Wer heute nicht weiß, wie er seinen Kindern die Dimension von politischer und rassischer Verfolgung, aber auch den Wert der Freundschaft und der Solidarität erklären soll, der möge ihnen diese Buch in die Hand legen. Und nicht zuletzt sei die Lektüre den Erwachsenen selbst angeraten.« Gerhard Zeillinger, Die Presse vom 13.02.2015

»Emil und Karl ... gilt heute als einer der ersten Holocaust-Romane überhaupt. Umso unbegreiflicher, dass dieses atmosphärisch dichte Kinder- und Jugendbuch, das auf berührende Weise vom Wert der Freundschaft in unmenschlichen Zeiten erzählt, erst jetzt ins Deutsche übertragen wurde ... Endlich ist auch der deutschsprachige Leser eingeladen, diesen vergessenen Klassiker der Kinderliteratur über NS-Zeit und Holocaust neu zu entdecken.« Oliver Pfohlmann, Neue Zürcher Zeitung vom 31.01.2015

»Emil und Karl ... dürfte das älteste Buch überhaupt sein, das Heranwachsenden von der Shoah erzählt ... Die Sprache wirkt kaum veraltet, Karl berichtet unbefangen direkt von Erschütterndem.« Hans ten Doornkaat, NZZ am Sonntag vom 18.01.2015

»... in der bibliophilen Buchreihe Die Andere Bibliothek liebevoll ediert und mit einem aufschlussreichen Nachwort der Jiddisch-Expertin Evita Wiecki versehen.« Daniel Schacht, Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 02.01.2015

»Kann man das Kindern zumuten, fragt man sich schon auf den ersten Seiten ... Ja, man kann. Man muss das seinem Kind zumuten ... Glatshteyns Roman war jahrzehntelang in Vergessenheit geraten ... Nun ist dieses außergewöhnliche Buch zum ersten Mal auf Deutsch erschienen.« Barbara Mader, Kurier vom 06.12.2014

»In den verschiedenen Charakteren der Erzählung bringt der Autor die Stimmung und die Gedanken der Menschen jener Zeit anschaulich zum Ausdruck ... eine spannende Erzählung in einer rhythmischen, expressiven Sprache.« Dorothea Breit, WDR3 Passagen und WDR3 Mosaik, 05.11.2014

»Dieser Roman lässt einen nicht wieder los ... eine Allegorie der deutsch-jüdischen Geschichte.« Susanne Klingenstein, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.10.2014

»Es ist ein schreckliches Buch, weil es von so viel Schrecken erzählt. Und ein gutes Buch, weil es so wenig erklärt, nur erzählt: Von der Fassungslosigkeit der Jungs, deren Welt zusammenbricht, den johlenden Wienern, die die Juden quälen, der Angst der Menschen.« Stuttgarter Zeitung vom 10.10.2014

»Emil und Karl ist ein gutes Buch, weil es wenig erklärt, einfach nur erzählt ... dass die Bilder unmittelbar im Leser entstehen, ohne Pädagogik, ohne Zeigefinger.« Georg Patzer, Jüdische Allgemeine vom 08.10.2014

Yankev Glatshteyn wurde 1896 in Lublin, Polen, geboren und wanderte 1914 nach New York aus, wo er zu schreiben begann und schnell zu einer der wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen jiddischen Literatur wurde. Er gründete zusammen mit anderen Schriftstellern den literarischen Zirkel In zikh, der die jiddische Avantgarde in Amerika in den 1920er- bis 30er-Jahren prägte. Als Lyriker wurde Yankev Glatshteyn vor allem durch seine sprachliche Virtuosität und seine lebendigen Bilder bekannt. Ein Besuch 1934 in Polen führte zu einer Zäsur in seinem literarischen Schaffen: Fortan beschäftigte er sich vor allem mit der Situation der in Europa lebenden Juden. Mit Emil und Karl schrieb er sein einziges Jugendbuch. Yankev Glatshteyn starb 1971 in New York.

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erschienen: 10.2012
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