Friedrich Luft

Über die Berliner Luft

Feuilletons

Versammelt und mit einem Nachwort von Wilfried F. Schoeller

Für seine Kritiken ist der Rundfunk-Solitär Friedrich Luft berühmt, seine Feuilletons warten noch auf die Wiederlektüre: Jetzt gibt es Über die Berliner Luft als Extradruck von Band 405 der Originalausgaben.


Die Trümmerlandschaft im Berlin der Nachkriegszeit – das war die Umwelt, in der Friedrich Luft unmittelbar nach Kriegsende mit seinem publizistischen Wirken auf allen Kanälen beginnt, in Tageszeitungen und Rundfunk zugleich. Mit seiner Aufmerksamkeit bedenkt der nimmermüde Journalist die Gewohnheiten und Alltagserscheinungen, sichtbar wird das Leben in einer Stadt im steten Wandel. Er begegnet »Sokrates beim Bier« und schreibt »Wider den Hochmut der Frühaufsteher«. Doch sein Blick geht weiter, richtet sich auf die westliche Hemisphäre während des Kalten Krieges. Er bringt den vom Krieg Versehrten und Erschöpften 1946 erste Nachricht von dem wundersamen Leben der tüchtigen Amerikaner. Er telegraphiert aus Paris, berichtet von den Olympischen Spielen in London.
In seinen Prosaminiaturen lässt er das Panorama der ganzen Welt zu jener Zeit entstehen. Jede seiner Kolumnen und jeder Aufsatz spricht von der Liebenswürdigkeit des schlichten Menschen und vom Charme der Dinge des Alltags. Friedrich Lufts Feuilletons sind zeitlos. Wilfried F. Schoeller hat sie aus fünf Jahrzehnten publizistischen Wirkens von Friedrich Luft gesammelt und ihnen ein einsichtsreiches Nachwort beigegeben.

Friedrich Luft wurde am 24. August 1911 in Berlin-Friedenau als Sohn eines Berliner Studienrats und einer Schottin geboren. Sein Studium musste er beenden, nachdem er in eine Prügelei mit Nazi-Kommilitonen geraten war; er begann, Feuilletons zu schreiben. Nach dem Krieg machten die Amerikaner ihn, der unverdächtig war, mit dem Nationalsozialismus sympathisiert zu haben, schnell zum Feuilletonchef der Berliner Ausgabe der Neuen Zeitung. Berühmt wurde er jedoch als "Stimme der Kritik" der DIAS (später RIAS), mit der er seit 1946 über 44 Jahre und tausende von Sendungen lang die Premieren und Aufführungen, Moden und Entwicklungen auf den Berliner Theaterbühnen kommentierte und „kritisch“ begleitete. Er starb am 24. Dezember 1990 – die Trauermesse für ihn wurde in der selben Kirche in Berlin-Friedenau gefeiert, in der er auch getauft worden war.

Wilfried F. Schoeller, 1941 in Illertissen geboren, war Leiter der Abteilung »Aktuelle Kultur« beim Hessischen Rundfunk. Er publizierte u. a. Monografien über Heinrich Mann, Michail Bulgakow, Jorge Semprun und Warlam Schalamow, zudem gab er das Gesamtwerk von Oskar Maria Graf heraus. Schoeller ist Autor zahlreicher Literaturfilme und Hörspiele, war Kurator mehrerer Literaturausstellungen und lehrte als Professor für die Literatur des 20. Jahrhunders.
 

Alternativ verfügbar:

Friedrich Luft

Über die Berliner Luft

Für seine Kritiken ist der Rundfunk-Solitär Friedrich Luft berühmt, seine Feuilletons warten noch auf die Wiederlektüre.
Mehr
Über die Berliner Luft
42,00 EUR
erschienen: 10.2018
Originalausgaben
1 x 'Über die Berliner Luft' bestellen Warenkorb