Lafcadio Hearn

Japans Geister

»Erstrebenswertes Ziel würde es sein, in der Seele des Lesers einen lebendigen Eindruck des Lebens in Japan zu schaffen.«

Lafcadio Hearn ist Nomade zwischen den Kulturen. Sein Leben liest sich selbst wie ein Buch. In Japan ist er eine Ikone. Noch in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts stieß sein breites Werk auch in Deutschland auf große Resonanz. Hugo von Hofmannsthal und Stefan Zweig schwärmten enthusiastisch. Seitdem ist er verschollen. Lafcadio Hearns einfühlsame Auseinandersetzung mit Religion und Kultur, seine Reiseschilderungen, seine Erzählungen, seine poetischen Skizzen, erschließen für uns Geheimnisse einer fremden »alten« und verschwundenen Kultur.

Er stirbt am 26. September 1904 – seine Asche ist auf einem buddhistischen Friedhof hinter seinem ehemaligen Wohnhaus bestattet.

"Diesen vergessenen interkulturellen Autor avant la lettre kann man jetzt in einer herrlich gestalteten Ausgabe der Anderen Bibliothek wiederentdecken. (…) Hearn beschreibt Geist und Tradition eines Landes im Umbruch zur Moderne. Exotismus schwingt oft mit, aber dennoch schuf Hearn mit seinen Szenen lauter Schönheitswunder." Alexander Cammann, ZEIT, 11.02.2016

„... hat die Andere Bibliothek kürzlich die seit Jahrzehnten erste deutsche Auswahl daraus zusammengestellt, das mit „Japans Geister“ betitelte Konvolut von der Grafikerin Franziska Neubert durch japonisierende Holzschnitte im Stil von Katagami (Färberschablonen) wunderschön ergänzen lassen und damit das zumindest teilweise endlich wieder zugänglich gemacht, was als Hearns Hauptwerk gilt.“ Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.4.2016

"... so unterhaltsame wie originelle Reportagen, die den geschulten Stilisten und den teilnehmenden Beobachter erkennen lassen." Jutta Person, Süddeutsche Zeitung, 20.04.2016

"Hearn war, wie es im aufschlussreichen und kritischen Nachwort heißt, in diesem Land voller Sensationen selbst eine Sensation. Es verrät auch, dass Hearn von Nippon keineswegs die ganze Zeit so überzeugt war, wie er es in seinen Texten darstellt. Trotzdem bleiben eine große Anzahl erkenntnisreicher Beobachtungen, die nicht nur faszinierend, sondern auch noch heute gültig sind." Peter Urban-Halle, Deutschlandradio Kultur, 14.03.2016

„Die jüngst in der Anderen Bibliothek erschienene Edition von Hearns Schriften ist durch und durch ein Kunstwerk. Das ist auch der Illustratorin Franziska Neubert zu verdanken, deren Holzschnitte wunderbar mit dem Text korrespondieren.“ Jana Volkmann, Buchkultur, Ausgabe Februar/März 2016

"Japans Geister, einer der jüngsten Bände der Anderen Bibliothek, aufwändig und herrlich gestaltet, kündet von Lafcacio Hearns Faszination für das Land im fernen Osten. Diwan. Das Büchermagazin, Bayern 2, 11.06.2016

Japans Geister sind seine ersten Eindrücke, er sitzt in der Rikscha, ein Einheimischer läuft mit ihm die Küste entlang, von Schrein zu Schrein, von Gott zu Gott, eine Grille im Käfig beschäftigt ihn lange Zeit. Zart wie eine hingetupfte Blüte wird erzählt.“ Peter Pisa, Kurier, 02.01.2016

„In seinen zarten Impressionen des fernöstlichen Landes beschwor er voll ästhetischer Eleganz die „Japanische Seele“ und verherrlichte ein traditionelles, vom Westen abgeschottetes Leben.“ Oliver vom Hove, booklet – DIE FURCHE, 16.06.16

"Vielmehr hält man hier eine fein gestaltete farbenprächtige Ausgabe für Bibliophile in den Händen, für die die Leipziger Künstlerin Franziska Neubert schlichte ornamentale Holzschnitte geschaffen hat. (…) Seinen Reiz als Lektüre gewinnt das Buch aus den vielen kleinen Märchen, Legenden und Anekdoten, die Hearn in seine Alltagsbeschreibungen einflicht und dabei Fiktion und Realität verschwimmen lässt." Elisabeth Scherer, Düsseldorfer Japanstudien - Online-Journal, 25.08.2016

"Japan habe er nicht erklärt, sondern ver-klärt, wird Lafcadio Hearn gerne kritisiert. Man kann sich allerdings fragen, ob der Standpunkt, von welchem aus für gewöhnlich Anderes beurteilt wird, nicht auch ein Hindernis darstellen kann. Und ob sich darin, wie der heimatlose Hearn einen solchen Standpunkt schon immer entbehrt zu haben, nicht die Chance eröffnet, mit einem Höchstmass an Unvoreingenommenheit auf Fremdes zugehen zu können? Hearn verschloss keineswegs sein einziges Auge vor der rasanten Modernisierung und insbesondere vor der Verwestlichung Japans, in deren Dienst er als Englischlehrer selber stand. Er blendete sie in seinen Schriften nur weitgehend aus, weil sie ihm in vielen Aspekten schlicht zuwider war." Philipp Meier, Neue Zürcher Zeitung, 06.05.2017


Lafcadio Hearn wurde 1850 auf der griechischen Insel Lefkas geboren, als Sohn einer Griechin und eines britischen Militärarztes. Nach der Trennung der Eltern und dem Tod des Vaters wächst er in Irland, England und Frankreich auf. Eine Tante ermöglicht ihm 1869 die Überfahrt nach New York. Mittellos, ohne Ausbildung, behindert durch den Verlust eines Auges bei einem Unfall, schlägt er sich durch das amerikanische Leben. In Cincinatti arbeitet er als Korrektor in einem kleinen Verlagshaus und schreibt ab 1874 Sensationsreportagen für den Cincinnati Enquirer, wo er aber schon ein Jahr später wegen der illegalen Heirat mit einer Schwarzen entlassen wird. Hearn siedelte 1877 nach New Orleans über, wo er aus dem Französischen und Spanischen übersetzt und weiterhin als Journalist schreibt. Die Jahre 1887 bis 1889 verbringt auf Martinique, geht aber zurück nach New York, wo er für Harper’s Magazine eine Reportage über Japan vorbereitet. Bald nach seiner Ankunft in Japan, am 4. Juli 1890, wird er Englischlehrer an einer Schule in Izumo. 1891 heiratet er eine Japanerin aus einer Samurai-Familie und nimmt die japanische Staatsbürgerschaft und den Namen Koizumi Yakumo an. 1895 erhält er schließlich den Ruf als Professor für englische Literatur an der Kaiserlichen Universität in Tokio.

Japans Geister

Als Originalausgabe vergriffen:

Lafcadio Hearn

Japans Geister

Nicht einfach als Beobachter, sondern wie ein Mensch, der teilnimmt am Alltagsdasein der einfachen Leute und der mit ihren Gedanken denkt.
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Japans Geister
42,00 EUR
erschienen: 12.2015
Originalausgaben
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