Sellner, Albert

Immerwährender Päpstekalender

Nothelfer in allen Lebenslagen.
Die Verehrung der Heiligen gehört zu den großen Erfindungen des Christentums. Zuerst waren es Märtyrer und Bekenner, Asketen und Wunderheiler, die dem Abendland als Vorbild und Nothelfer galten; später traten Mönche und Missionare, Kriegshelden und Prediger, Wohltäter und Gelehrte hinzu. Heute kennt die Kirche einige zehntausend Heilige.
Aber die Verkörperung der höchsten Ideale hat eine befremdliche Kehrseite. Der schmale Weg der Tugend führt auch zur extremen Abweichung. Die Heiligenlegenden sprechen nicht nur von Liebe, Selbstüberwindung und Gottsuche, sondern auch von Masochismus und Sadismus, Rekordsucht und Hysterie, Magie und Totemismus.
Ohne Scheu. aber auch ohne kirchenkritische Pose, schildert Sellner alle hagiographischen Sensationen aus dem klassischen Heiligenkalender. Er orientiert sich dabei an den Kirchenvätern, den Märtyrerakten, der Legenda aurea, den volkstümlichen Legenden und den Ermittlungsergebnissen der Heiligsprechungsprozesse.
Dabei kommen die großen Taten zu ihrem Recht; doch auch die phantastischen Umstände werden nicht verschwiegen: die Lust des hl. Petrus Damiani an der Peitsche; das süße Vergnügen, das der Geruch der Pestbeulen dem hl. Franz von Assisi bereitete; die Schamlosigkeit der Maria von Ägypten, die sich feilbot, um ihre Pilgerreise zu finanzieren; die sukzessive Zerstückelung des Leibes der hl. Therese durch die Reliquienjäger; und die archaische Grausamkeit der großen Inquisitoren.
Der Immerwährende Heiligenkalender ist ein Nachschlagewerk, ein Brevier zur Meditation und Erbauung, ein Buch zum Vorlesen und zur Unterhaltung. Ein Register verzeichnet die Patronate und Embleme der Heiligen, die ihre Anrufung in weltlichen und geistlichen Nöten und ihre Identifizierung in der religiösen Kunst ermöglichen. Auch wer ein Kind zu taufen hat, wird es mit Gewinn zu Rate ziehen.

»Stets gelingen Sellner elegante Miniaturen [...] Wo man aufschlägt, man liest sich fest in diesen gut recherchierten Tagesrationen — ein feines Geschenk also, selbst für Ketzer.« Johannes Saltzwedel, Kultur Spiegel, Dezember 2006

»Hier kann man für jeden Tag ein Kapiteltürchen aufmachen, nach dem Motto: ein Papstleben vor dem Frühstück — und der Tag ist dein Freund! Oder anders ausgedrückt: mit den Päpsten durchs Jahr, vom ersten Januar bis Sylvester! [...] In opulent changierenden Kardinalspurpur gebunden, kommt das Buch wie ein hinkender Bote zur Papstgeschichte, ja wie ein Schatzkästlein des römischen Hausfreundes daher. [...] Witzig und flott geschrieben sind die ausgewählten Sketche aus dem bunten Leben im Vatikan allemal. Ein Papst am Morgen vertreibt alle Sorgen — wer hätte das gedacht?« Volker Reinhardt, Süddeutsche Zeitung vom 01.12.2006

»Albert Christian Sellners Immerwährender Päpstekalender ist weder eine fromm-verklärte Lobhudelei noch eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern er bündelt auf höchst unterhaltsame Weise Schlaglichter und Spiegelbilder einer fast 2000jährigen illustren Gesellschaft auf dem Stuhl Petri. Das Buch ist eine amüsant-informative ‚legenda aurea’ der Tiaraträger mit Anekdoten und Facetten, die keineswegs immer nur erbaulich sind."
WDR

»Der Immerwährende Päpstekalender will kein kritisches Lexikon sein, sein Autor erzählt Geschichten von Männern, die als Stellvertreter Christi auch Menschen waren. [...] lesenswert und vorzüglich gestaltet.« MDR-Figaro vom 01.01.2007

»ein, wie üblich in der Anderen Bibliothek, so schönes wie spannendes Buch« Journal Frankfurt, November 2006

»Das ist ein erstaunliches Buch. Der Immerwährende Päpstekalender präsentiert sich als wunderbare Mischung von Alt und Neu, von verschrobener Antiquars-Gelehrsamkeit und einem herausragenden Stück weltlich-geistlicher Geschichte. [...] Das Buch ist hervorragend ausgestattet und liebevoll gestaltet, Lesebändchen und ein gediegener Druck tragen zum pontifikalen Vergnügen und zur Information bei. Nicht zu vergessen der Einband: Ein leuchtendes Kardinalsrot!« Südkurier vom 23.01.2007

»Andächtig werden möchte man hier [...] vor dem Witz und Fleiß, mit dem Sellner verstaubte Schätze als immer neue Trouvaillen hervor zu zaubern versteht.« Die Welt vom 17.03.2007

Albert Christian Sellner, geboren 1945 in der alten Bischofsstadt Leitmeritz, sammelt seit Jahrzehnten Heiligenliteratur und lebt in Frankfurt am Main. Er hat sich als politisierender Buchhändler, als Landkommunarde, Journalist, Satiriker und Herausgeber betätigt (Infrarot, Joseph, Joseph und Suleika, Der sogenannte Gott) und ist seit 1987 Lektor für Politik, Geschichte und Religion beim Eichborn Verlag.

Alternativ verfügbar:

Sellner, Albert

Immerwährender Päpstekalender

Kalendergeschichten für Ketzer und Gläubige Einige waren gütige und fromme Männer, Friedensstifter, geniale Staatenlenker, ...
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Immerwährender Päpstekalender
36,00 EUR
erschienen: 11.2006
Originalausgaben
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