Denis Diderot

Dies ist keine Erzählung

Aufklärerische Geschichten

Aus dem Französischen von Friedrich Schiller, Christel Gersch, Katharina Scheinfuß

»Wer eine Geschichte erzählt, hat einen, der zuhört; und so kurz die Geschichte auch sein mag, wird kaum ein Zuhörer den Erzähler nicht des öfteren unterbrechen. Darum habe ich in den Text, den Sie jetzt lesen werden – und der keine Erzählung ist, oder eine schlechte Erzählung, falls Sie’s bezweifeln –, eine Person eingeführt, die ungefähr die Rolle des Lesers spielt; und ich beginne: …«

Als einer der großen Aufklärer ist er uns bekannt, seine Artikel haben »Eifersucht«, »Enthaltsamkeit« und »Scharlatanerie« enzyklopädisch fixiert. Doch als plaudernder Erzähler verstand er es auch, anschaulich von dem zu erzählen, was sich in den oft verzwickten Beziehungen der Menschen abspielt: ob zwischen Mann und Frau, zwischen Gläubigen und Atheisten oder im schwierigen Verhältnis des Mannes zu seinem Schlafrock.

Mit spitzer Feder brachte er Unordnung in die Wertevorstellungen des 18. Jahrhunderts – und setzte sein Aufklärungswerk in Geschichten fort. Eine Auswahl seiner denkwürdigsten Erzählungen versammeln wir unter dem Titel »Dies ist keine Erzählung«. Und führen so unsere Reihe »Großes Buch im kleinen Format« mit einem der Hausautoren der Anderen Bibliothek fort.

 

Denis Diderot war einer der bedeutendsten Schriftsteller und Philosophen Frankeichs (1713-1784). Geboren als Sohn eines Handwerksmeisters war er ursprünglich zum Priester bestimmt, doch er verließ die Klerikerlaufbahn und wurde zu einem der kühnsten Aufklärer seiner Zeit. In der Anderen Bibliothek sind Diderots Enzyklopädie (als Folioband 2013), sein »Roman« Jakob und sein Herr (Band 170) und seine Briefe an Sophie (Band 60) erschienen.

Dies ist keine Erzählung