Jack El-Hai
Der Nazi und der Psychiater

Jack El-Hai

Der Nazi und der Psychiater

Auf der Grundlage bisher nie veröffentlichter Dokumente erzählt der amerikanische Wissenschaftsjournalist Jack El-Hai von der Begegnung des amerikanischen Militärpsychiaters Douglas M.Kelley mit der Elite des Naziregimes – unter ihnen »Reichsmarschall« Hermann Göring.

In Vorbereitung auf den am 20. November 1945 eröffneten »Nürnberger Prozess« vor dem Internationalen Militärgerichtshof untersuchten amerikanische Ärzte die inhaftierten 52 Nazigrößen auf ihre psychische Verfassung. Der leitende Armeepsychiater Douglas M. Kelley war von Hermann Göring auf der Stelle fasziniert und sah für sich die einzigartige Chance, in umfassenden Gesprächen die »Nazi-Psyche«, das »Böse im Menschen« zu erforschen.

»Sein Buch ist eine beeindruckend detaillierte Charakterstudie … ein spannender Schmöker über eine Phase psychowissenschaftlicher Theorie und Praxis, die noch gar nicht so lange vergangen ist.« — Deutschlandradio Kultur

"In diesem Buch wird die uralte Frage nach der Natur des Bösen im Menschen gestellt und danach geforscht, ob das Böse rechtzeitig erkannt und bekämpft werden kann. (...) Die Angeklagten seien "weder Monster noch bösartige seelen- und gefühllose Maschinen" gewesen. Kelley blieb "nichts anderes übrig", schreibt El-Hai, "als die schmerzhafte Einsicht, dass viele Menschen potentielle Kriegsverbrecher" seien. Somit könnten vergleichbare Gräueltaten auf der ganzen Welt geschehen. Damit stand Kelley zur damaligen Zeit ziemlich allein. (...) Die neueste Forschung aber, stellt Jack El-Hai am Ende fest, bezeichne "die einzigartige NS-Psyche als Märchen" und gebe damit Kelleys Erkenntnissen recht. (...) Diese Erkenntnisse machen dieses Sachbuch so gegenwärtig wie bedrückend."
Stefan Berkholz, SWR2 Lesenswert Kritik, 14.12.2018

Pressestimmen zur Originalausgabe:

»Über 50 Jahre nach Kelleys rätselhaftem Selbstmord lässt der amerikanische Wissenschaftsjournalist Jack El-Hai die zwiespältige Beziehung zwischen diesen beiden Männern (Douglas M. Kelley und Hermann Göring) noch einmal Revue passieren.«
Norbert Zähringer, Die Welt vom 24.01.2015

»... ich habe es fasziniert gelesen, habe Dinge erfahren, die ich nicht wusste ... zugleich ein Porträt der amerikanischen Mythen – es geht um den Rohrschachtest, es geht um Verschwörungstheorien, es geht um Rassismus ... sehr unterhaltsam geschrieben ... sehr lesenswert.«
Rudolf Schmitz, hr2 Kulturfrühstück, 15.01.2015

»... ein historisch fundierter, akribisch recherchierter Psycho-Thriller voll diabolischer Abgründe und Überraschungen.«
Steffen Radlmaier, Nürnberger Nachrichten vom 29.11.2014

»Der Wissenschaftsjournalist versteht es, fesselnd zu schreiben ... ein höchst lesenswertes Buch ... Die Andere Bibliothek ... tat gut daran, Der Nazi und der Psychiater in ihr Programm aufzunehmen.«
Sybille Steinbacher, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.11.2014

»... exzellent recherchiert ... äußerst spannend zu lesen ... Ohne der Lust am Spektakel zu erliegen, fördert El-Hai existenziell erschütternde Momente zutage.«
Anja Kümmel, Bremer Nachrichten vom 26.11.2014

»El-Hai hat exzellent recherchiert ... Was Der Nazi und der Psychiater ... hervorragend leistet, ist, einen Einblick in die komplexen Wirkungsweisen traumatischer Erfahrungen zu gewähren.«
Anja Kümmel, fixpoetry.com, 08.11.2014

»Jack El-Hais Buch erlaubt ... interessante Einblicke in die US-Psychologie der 1940er Jahre ... und unterhält mit launigen Skizzen und Episoden.«
Sven Ahnert, WDR3 Passagen und WDR3 Mosaik, 17.10.2014

»Sein Buch ist eine beeindruckend detaillierte Charakterstudie .. ein spannender Schmöker über eine Phase psychowissenschaftlicher Theorie und Praxis, die noch gar nicht so lange vergangen ist.«
Pieke Biermann, Deutschlandradio Kultur, Lesart, 30.09.2014

»Über die intensive Beziehung zwischen Göring und Kelley war bisher wenig bekannt. Jack El-Hai ... hat nun ein Buch darüber geschrieben. [...] Für Kelley waren die engen Kontakte zu den gefangenen Nazis ein Glücksfall. Sie boten ihm die Möglichkeit zu erforschen, ob es bei den NS-Häftlingen Anzeichen für einen gemeinsamen psychischen Defekt gab. Woher kam ihre Bereitschaft zum Bösen? Gab es dafür individuelle psychische Ursachen oder lag dem eine „NS-Persönlichkeit“ zugrunde?«
Andreas Heimann, dpa, 16.09.2014

 

Jack El-Hai ist ein amerikanischer Wissenschaftsjournalist, der für seine Werke, vor allem aus dem Bereich der Medizin, vielfach ausgezeichnet wurde. Er lebt in Minneapolis.

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