Johann Friedrich Naumann
Die Vögel Mitteleuropas

Eine Auswahl
Herausgegeben und mit einem Essay von Arnulf Conradi
Mit 100 großformatigen vierfarbigen Abbildungen
79,- Euro/ 139,- sFr
ISBN 9783821862231
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Vita Johann Friedrich Naumann

Johann Friedrich Naumann, geboren am 14. Februar 1780 in Ziebigk bei Köthen, Sachsen-Anhalt, gestorben am 15. August 1857 ebendort. Inspiriert durch seinen Großvater und Vater, legte er im Laufe seines Lebens eine Sammlung von mehr als 700 einheimischen Vögeln in ca. 350 Arten an, die er in speziell hergestellten Glasvitrinen ausstellte. Zum didaktischen Konzept seines »Museums« gehörte auch die Präsentation der Präparationstechnik von Vögeln. Die Sammlung Naumanns wurde 1821 von Herzog Ferdinand Friedrich von Anhalt Köthen für 2000 Reichstaler in Gold gekauft und in den Ausstellungsräumen im »Neuen Schloß« von Naumann um viele weitere exotische Vogelarten erweitert.

Vita des Herausgebers

Arnulf Conradi arbeitete als Lektor bei Claassen, dann als Cheflektor und Programmgeschäftsführer elf Jahre bei den Fischer Verlagen in Frankfurt a. M. 1993 gründete er den Berlin Verlag, als dessen Verleger er bis zu seinem 60. Geburtstag im Jahre 2004 arbeitete. Arnulf Conradi, in Kiel aufgewachsen, ist seit Kindertagen ein begeisterter Vogelbeobachter. Zu diesem Thema verfasste, übersetzte und bearbeitete er Bücher und Artikel. Er lebt in Berlin.

Johann Friedrich Naumann gilt als der erste bedeutende Ornithologe Deutschlands. Neben seinen wissenschaftlichen Leistungen beeindrucken uns heute die natürliche Schönheit seiner Vogelbilder und die erstaunliche Kreativität seiner Sprache. Fünfundzwanzig Jahre hat Naumann an seinem zwölfbändigen Hauptwerk »Naturgeschichte der Vögel Deutschlands« gearbeitet. Das Werk, dessen letzter Band 1844 erschienen ist, war auf dem Stand der damaligen Wissenschaft, alle 380 Illustrationen hat Naumann selbst gezeichnet und in Kupfer gestochen. Im Jahr 1835 begann er, seine Vogelpräparate im Köthener Schloss auszustellen, wo sie noch heute zu besichtigen sind. Nach eigenen Angaben gilt das Naumann-Museum als das einzige ornithologiegeschichtliche Museum der Welt.

 

Zu Lebzeiten war Johann Friedrich Naumann weit über Deutschlands Grenzen hinaus berühmt und hochgeehrt, doch seit dem Zweiten Weltkrieg ist er – im Gegensatz zu seinen englischsprachigen Zeitgenossen John Gould und John James Audubon – fast vergessen. Viele Jahre war Naumanns Werk nur als bibliophile Rarität erhältlich, nun liegt eine Auswahl als Prachtband im Folioformat vor, mit zahlreichen hochwertigen Abbildungen der Originalstiche und achtzig bislang unveröffentlichten Aquarellen. Arnulf Conradi hat für den Textteil des Buches siebzehn Vogeldarstellungen aus dem Hauptwerk ausgewählt und dabei darauf geachtet, verschiedene Vogelarten wie Raubvögel, Singvögel und Watvögel zu berücksichtigen. Zu jeder der Darstellungen ist jener Kupferstich gestellt, der auch in der ersten Ausgabe der »Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas« den jeweiligen Text begleitet.