
Aktueller Band im April
Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen
Das wunderbarliche Vogelnest
Eine heimliche Abenteuertour durch Grimmelshausens Zeit und hinter die Kulissen ihrer Ehrbarkeit.
Kommende Titel
Band 329 Raymond Roussel: Locus Solus erscheint am 18.05.2012
Band 330 Marcus Hernig: Eine Himmelsreise. China in sechs Gängen erscheint am 22.06.2012
Band 308 Kerstin Holm: Moskaus Macht und Musen. Hinter russischen Fassaden erscheint am 22.06.2012
Verzeichnis lieferbarer Bücher
Verzeichnis lieferbarer Bücher
Hier können Sie unser aktuelles Verzeichnis aller lieferbarer Bände der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK herunterladen.
Werden Sie Abonnent der Reihe
Jeden Monat erscheint ein wunderschöner Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK. Im Abonnement erhalten Sie Ihre zuverlässig reservierte Ausgabe zum Vorzugspreis. Als Prämie erhalten Sie einen limitierten und nummerierten Druck des kürzlich verstorbenen Künstlers Paul Flora – der Kunstdruck »Ein alter Barde« ist eine seiner letzten Arbeiten.

Der 328. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK

Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen
Das wunderbarliche Vogelnest
Erster und zweiter Teil. Abenteuer zweier Unsichtbarer
Aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts und mit einem Nachwort von Reinhard Kaiser
Erscheinungstermin: 16. April 2012
414 Seiten
Originalausgabe | Leinen mit feiner Oberflächenstruktur mit goldgeprägtem Muster, Fadenheftung und Lesebändchen
€ 32,– (D) | sFr 42,90 | € 32,90 (A)
Im Abonnement: € 29,50 (D) | sFr 40,50 | € 30,40 (A)
April 2012
Die Andere Bibliothek - Band 328
ISBN:978-3-8477-0328-0
Davon können wir Leser nur träumen - oder eben lesen: Das wunderbarliche Vogelnest macht seinen Besitzer unsichtbar und eröffnet ihm Gelegenheiten zu allem Möglichen, was sonst unmöglich wäre. In einer Fülle komischer Szenen, amouröser Episoden und drastischer Streiche lässt Grimmelshausen zuerst einen einfachen Soldaten und dann einen machtbesessenen Kaufmann erzählen, wie es ihnen mit dem Vogelnest ergangen ist, und zeichnet dabei ein Panorama der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Täuschung und Selbsttäuschung sind allgegenwärtig, denn nicht nur der Krieg - auch der Frieden bringt, auf seine Weise, eine "verkehrte Welt" hervor.
Grimmelshausen interessiert sich aber nicht nur dafür, was seine Figuren aus ihrer Unsichtbarkeit machen. Er geht auch der umgekehrten Frage nach: Was macht die Unsichtbarkeit aus ihnen? Der Kaufmann gerät ihm hierüber zur schwärzesten Figur, die er je geschaffen hat. Inmitten von Komik und Phantastik tun sich Abgründe auf ...
Das wunderbarliche Vogelnest - der Abschluss der "Simplicianischen Schriften"
Der 327. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK

Gabriele Riedle
Überflüssige Menschen
Roman, 239 Seiten
Originalausgabe | Durchgefärbtes, baumrindenähnlich geprägtes Einbandmaterial, Fadenheftung und Lesebändchen
€ 32,– (D) | sFr 42,90 | € 32,90 (A)
März 2012
Die Andere Bibliothek - Band 327
ISBN:978-3-8477-0327-3
Hier können Sie sich einen Lesungsausschnitt von Gabriele Riedle aus "Überflüssige Menschen" anschauen.
Ein Roman, der die wichtigste aller Fragen stellt: Wie ist es gekommen, dass wir so alleine sind?
Überflüssige Menschen ist ein ebenso politischer wie philosophischer Roman. Und gleichzeitig ein kunstvoll komponiertes und kontrastreiches Stück Sprachmusik, lyrisch und böse, verspielt und rau.
In einem ganz ungewöhnlichen Sound berichtet dieser Roman von den privaten und politischen Hoffnungen eines ganzen Jahrhunderts. Erzählerin ist Natalie, eine aus dem Schwäbischen stammende Berliner Russisch-Übersetzerin, die mit der Neuübertragung von Tschechows Drama Drei Schwestern beauftragt ist. Es geht um verlorene Traditionen und um korrumpierte Utopien. Um Erinnerungen an Vorfahren, zu denen die Verbindungen abgerissen sind. Um die vermeintliche Errettung so vieler Kleinbürgerkinder durch Bildung in den 1970er Jahren. Um sozialen Aufstieg. Und schließlich um die Verlorenheit einer ganzen Generation, deren Zeit zu Beginn des 21. Jahrhunderts schon wieder vorüber ist: Überflüssige Menschen – wie die Lost Generation bei Tschechow.
»Sie bekommen Familie und Sie bekommen Geschichte, Sie bekommen Bitternis und Sie bekommen Süße, damit auch Sie nicht mehr ganz so verloren sind, in Amnesie und Heimatlosigkeit, in der Zeit und auch im Raum, und sich einrichten können für ein paar Stunden...«
Der 326. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK

Andreas Urs Sommer
Lexikon der imaginären philosophischen Werke
300 Seiten
Originalausgabe | Einband aus schwarzem Spiegelpapier mit optischem Täuschungseffekt, Fadenheftung und Lesebändchen
€ 32,– (D) | sFr 42,90 | € 32,90 (A)
Februar 2012
Die Andere Bibliothek - Band 326
ISBN:978-3-8218-6241-5
Platz 3 auf der SZ/NDR-Sachbücher Bestenliste des Monats April 2012
Von Glück und Unglück des Nichtgeschriebenen
Für philosophisches Denken ist es wesentlich, in Alternativen zu denken. Immer anders, niemals konsequent – das ist exemplarische Philosophie. Und die gehört in eine ANDERE BIBLIOTHEK.
Schon Sokrates fand nach Jahren intensiven Studiums der Philosophie nur eine Antwort auf all seine Fragen: »Ich weiß, dass ich nichts weiß.« Und Immanuel Kant, Königsberger Theorie-Ikone, traute sich über die Welt vor seiner Tür so wenig zu sagen, dass er sich selten um praktische Erkenntnis, dafür aber umso intensiver um die Bedingung der Möglichkeit von Erkenntnis überhaupt bemühte. Mit anderen Worten: Viele philosophische Bücher sind nie geschrieben worden – aus Respekt, aus Zeitmangel, aus Lustlosigkeit.
Höchste Zeit also für ein Lexikon der imaginären philosophischen Werke, das all diese unausgesprochenen Ideen vereinigt. Ob Seneca, Cicero oder Averroes, Ockham, Pascal oder Leibniz, von den deutschen Klassikern Fichte oder Kant ganz zu schweigen, und natürlich mit Blick auf die Modernen wie Carnap oder Benjamin und viele, viele beinahe unbekannte Denker, zeigt uns Andreas Urs Sommer, wie die virtuelle Philosophie zu ihrem Recht kommt. Und die Philosophie wäre nicht die Königs-disziplin der Wissenschaft, wenn sie die kritische Würdigung des noch nicht Verfassten nicht gleich mit übernähme. Und so ist das Lexikon der imaginären philosophischen Werke beides – Konstruktion und Kritik des Virtuellen.
Wer dieses Lexikon der imaginären philosophischen Werke liest, stößt schließlich auch noch auf eine ganz seltene Einsicht: Es erweist sich als ein großes Glück, dass die meisten möglichen philosophischen Werke ungeschrieben geblieben sind.
Der 325. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK

Edwin Geist
»Stündlich zähle ich die Tage ...«
Tagebuch für Lyda. März bis August 1942
Herausgegeben von Reinhard Kaiser
280 Seiten inkl. CD mit Proben aus Geists musikalischem Werk
Originalausgabe | Nummeriert und limitiert
€ 32,– (D) | sFr 42,90 | € 32,90 (A)
Januar 2012
Die Andere Bibliothek - Band 325
ISBN:978-3-8218-6246-0
»Was ich möchte? Ich will meine Frau wieder zurückhaben, die unschuldig im Ghetto leidet!« Edwin Geist, 10. Juni 1942
Wir werden Leser von intimen Tagebuchblättern, die nie für fremde Augen bestimmt waren, von Zwiegesprächen, die Edwin Geist mit der im gar nicht fernen Ghetto internierten, aber doch unerreichbaren, geliebten Frau führte – mit Lyda. Der als „Halbjude“ von den Nationalsozialisten mit Berufsverbot bestrafte Komponist Edwin Geist war 1938 von Berlin ins litauische Kaunas gegangen, wo er sich in Lyda verliebte und sie heiratete.
Reinhard Kaiser ist vor Jahren auf diese atemberaubenden fünf Hefte gestoßen – und hat sie neu ediert und kommentiert. Sie zeugen von dem Mut und der List, mit der Edwin Geist bei den Nazi-Behörden die Freilassung seiner geliebten Lyda erreicht – nachdem es ihm selbst schon glücklich gelungen war, dem Ghetto zu entkommen. Edwin Geists Alltagschronik aus sechs Monaten erzählt von seiner Hoffnung und seiner Verzweiflung, von seinen Kompositionen und Lektüren – beim Warten auf Lyda.
Das »Tagebuch für Lyda« ist aber nicht nur ein Dokument der – wenn auch leider nur kurzzeitigen – Rettung dieses wundersamen Paares. Zur Geschichte dieses Tagebuchs gehören auch seine Odyssee – aus dem Kaunas der Nachkriegszeit bis zu Reinhard Kaiser – und die abenteuerlichen Wege des musikalischen Werkes eines Komponisten, der nun anhand von zwei Stücken auf einer Compact Disc wiederentdeckt werden kann.
Der Herausgeber
Reinhard Kaiser, geboren 1950 in Viersen am Niederrhein, lebt als Übersetzer und Schriftsteller in Frankfurt am Main. Der Anderen Bibliothek ist er seit ihren Anfängen durch zahlreiche Übersetzungen und Editionen eng verbunden. Seine Übertragung von Grimmelshausens Roman Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch wurde 2009 ein Bestseller, 2010 folgte seine Übersetzung von Grimmelshausens Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courage/Der seltsame Springinsfeld. Bekannt sind seine Bücher Dieses Kind soll leben (1993) und Königskinder. Geschichte einer wahren Liebe (1996).
Der 324. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK

Deborah Dixon
Der Mona-Lisa-Schwindel
Aus dem Nachlass herausgegeben, aus dem Amerikanischen übersetzt und samt einem Nachwort von Werner Fuld
Originalausgabe | Nummeriert und limitiert
360 Seiten
32.00 Euro, 42.90 sFr
Dezember 2011
Die Andere Bibliothek - Band 324
ISBN:978-3-8218-6245-3
Ein geistreiches literarisches Pasticcio um Fälschung und Mystifikation
Der atemberaubend skandalöse Coup fand statt vor einem Jahrhundert: Im August 1911 wurde das wohl berühmteste Gemälde der Welt, die »Mona Lisa«, aus dem Pariser Louvre gestohlen – herausgetragen.
Ist das Original nach diesem beispiellosen Kunstraub eigentlich je wieder an seinen Platz zurückgekehrt?
Dank des Nachlasses der amerikanischen Kunsthistorikerin Deborah Dixon wissen wir heute mehr: Die Tagebücher des Pariser Kunsthändlers Eduardo de Valfierno und seiner Witwe bringen Licht in die damaligen rätselhaften Vorgänge, als sogar der junge spanische Maler Picasso und der Dichter Apollinaire in Verdacht gerieten. Alles beginnt mit einem Meisterfälscher aus Marseille und dessen vier Kopien der »Mona Lisa« – während das Original auf eine lange Reise geht, die bis nach Kuba und New York führt und die bei einem glamourösen Fest im Hollywood der Emigrantenkreise zur Zeit des Zweiten Weltkriegs dramatisch endet.
In Deborah Dixons Der Mona Lisa Schwindel verdichtet sich dieses Geschehen um Kunst und Fälschung zu einem faszinierenden Panorama der Kunst- und Zeitgeschichte zwischen den beiden Weltkriegen.
Die Autorin:
Deborah Dixon wurde 1909 in New York in vermögende Verhältnisse geboren, studierte Kunstgeschichte und arbeitete anschließend im Metropolitan Museum of Art. Sie starb im Alter von 85 Jahren und erlebte die Veröffentlichung ihres Buches nicht mehr.
Der neue Sonderband
ein märchenhafter Geburstag

Heinz Rölleke
Es war einmal
Es war einmal
Die wahren Märchen der Brüder Grimm und wer sie ihnen erzählte
Herausgegeben von Heinz Rölleke
Illustriert von Albert Schindehütte
Originalausgabe; Folioformat, feines Werkdruckpapier, durchgehend mit aquarellierten Tuschezeichnungen illustriert, mehrfarbig gedruckt, hochwertiger Halbleinenband mit geschöpftem Büttenpapier und zusätzlicher Prägung, Fadenheftung und Lesebändchen
480 Seiten
79.00 Euro, 109.00 sFr
November 2011
Die Andere Bibliothek - Sonderband
ISBN:9783821862477
Wer hat den Brüdern Grimm was, wann und wie erzählt?
Vor knapp 200 Jahren erschienen ihre Kinder- und Hausmärchen in der ersten – und weitgehend unbekannten – Fassung. Der neue opulente Sonderband der ANDEREN BIBLIOTHEK macht diese Erstfassung wieder zugänglich – und erzählt die Geschichten der bisher so gut wie namenlosen Zuträger.
Seit ihrem Erscheinen vor 200 Jahren sind die von Jacob und Wilhelm Grimm gesammelten Märchen das meistaufgelegte, meistübersetzte und bekannteste Buch in der deutschen Literaturgeschichte geworden – ein Bestseller und längst Bestandteil der Weltliteratur.
Aber während die beiden Philologenbrüder ihre literarischen Quellen benannten, machten sie zu den mündlich oder handschriftlich zugekommenen Märchen lediglich vage oder namenlose Angaben. Der Kreis der zumeist jungen Zuträger blieb weitgehend anonym.
Nur in der hier edierten Erstfassung von 1812 können wir noch die Märchen dieser Zuträger hinter den Märchen lesen, scheint der Dialog zwischen Erzählern und Sammlern noch durch. In den späteren und gefälligeren Fassungen wird das ursprüngliche Repertoire der Beiträger immer unkenntlicher.
Heinz Rölleke erlöst die Erzähler hinter den Märchen, die im Gewand ihrer Märchen längst weltbekannt wurden, aus ihrer Anonymität und gibt 25 von ihnen den Namen zurück – woher stammten sie und über welches Repertoire verfügten sie, woher kannten sie ihre Stoffe? Heinz Rölleke schenkt den wundersamen Sirenen, die die Märchen zuflüsterten, wieder ihre Stimme.
Albert Schindehütte, ebenfalls ein großer Kenner des Grimmschen Werkes und seit 1997 als ihr Gründer in der Schauenburger Märchenwache für sie tätig, umkleidet die Märchen mit seinen prächtigen und farbigen Kalligraphien.
Der 323. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK

Heiner Boehncke, Hans Sarkowicz
Grimmelshausen
Leben und Schreiben
Vom Musketier zum Weltautor
Originalausgabe; Gebunden in feines Leinen, farbige Signaturprägung, Fadenheftung und Lesebändchen
504 Seiten
34 Euro, 45,90 sFr
November 2011
Die Andere Bibliothek - Band 323
ISBN 9783821861272
Nach der Wiederentdeckung der simplicianischen Werke: die einzigartige Lebensgeschichte des Hans Jacob Christoffel zu Grimmelshausen
Nicht einmal das Datum der Geburt im hessischen Gelnhausen kennen wir exakt (1621 oder 1622), und die ersten Lebensjahrzehnte liegen genauso wie die Ursprünge seines literarischen Schaffens im Dunkeln: Wer war dieser Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen, ein Bäckersohn, der in den Dreißigjährigen Krieg geworfen und vom Musketier zum Weltautor, zum Verfasser des wohl bedeutendsten Romans in deutscher Sprache wurde?
Seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich niemand mehr eine größere Biographie dieses so modernen Barockschriftstellers gewagt.
Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz sind literarische Spurensucher und leidenschaftliche Grimmelshausen-Detektive, deren immenser Kenntnis aufsehenerregende Funde von Urkunden und Chroniken, Geschichtswerken und Briefen zu verdanken sind: Wir können einen überraschend neuen Blick auf den Autor der »simplicianischen Schriften« werfen.
Faktenreich, lebendig geschrieben und so profund wie noch nie erhellen Heiner Boehncke und Hans Sarkwoicz die geheimnisvolle Lebensgeschichte dieses Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen und verfassen zugleich die Einführung in ein Literaturwunder des 17. Jahrhunderts.
Der 322. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK

Norbert Leithold
Friedrich II. von Preußen
Ein kulturgeschichtliches Panorama von A-Z
Originalausgabe; Einband aus mit handgemachtem historischem Buntpapier bedrucktem Leinen, Fadenheftung mit Lesebändchen,
400 Seiten
32 Euro, 45,90 sFr
Oktober 2011
Die Andere Bibliothek - Band 322
ISBN 978382186240-8
»Der Preußenkönig hält alles und jeden in Bewegung, ich glaube, das wird bis in alle Ewigkeit so bleiben.« Voltaire über Friedrich den II.
Friedrich II. von Preußen ist als Monarch umstritten – und wird es bleiben. Während seiner 46-jährigen Regierungszeit zu einer berühmten Größe von europäischem Rang und im 19. Jahrhundert zur Nationalikone geworden, kippte das deutsche Monument nach zwei Weltkriegen vom Sockel der Verklärung.
Mit der Auflösung der Ost-West-Ideologie nach 1989 tauchten in den Vereinigten Staaten, in Russland und im antiquarischen Handel verloren geglaubte Quellen aus dem einstigen Geheimen Preußischen Staatsarchiv wie auch Familienarchive pommerscher und preußischer Adliger wieder auf: Dem Historiker Norbert Leithold bot sich also eine neue Grundlage zu aufklärerischer Erforschung des Lebens von Friedrich II. als Monarch wie als Mensch im Rahmen von Kultur- und Sozialgeschichte des 18. Jahrhunderts. Außerdem bezieht sich Norbert Leithold auf die bisher vernachlässigte politische Korrespondenz des Preußenkönigs, den bislang unbeachtet gebliebenen Nachlass des preußischen Diplomaten Johann Eustach von Goertz sowie auf den immer noch unerschlossenen Briefwechsel der Brüder Friedrichs II.
Norbert Leitholds friderizianisch-preußisch-europäisches Panorama verblüfft von A bis Z – mit all den Themen, die Friedrich sein Leben lang selbst beschäftigten: von »Abenteurer«, »Abort« oder »Armee« bis »Zeitungen« oder »Zeremoniell«.
Der 320. und 321. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK

Ilja Ilf/Jewgeni Petrow
Das eingeschossige Amerika
Eine Reiseerzählung
Mit einem Vorwort von Felicitas Hoppe
Aus dem Russischen von Helmut Ettinger
Originalausgabe; Einband aus farbigem, geprägtem Metallpapier, Fadenheftung mit Lesebändchen, einzeln in Schlaufen, zusammen in einem mit Fotocollagen bedruckten Schuber
693 Seiten
65.00 Euro, 89.00 sFr
August/September 2011
Die Andere Bibliothek - Band 320/321
ISBN 9783821862392
»Eine der schönsten Reportagen, dieje über Amerika geschrieben wurden.«
Karl Schlögel
»Was kann man über Amerika sagen, das gleichzeitig Angst macht, einen in Begeisterung versetzt ..., was kann man sagen über ein Land des Reichtums, des Elends, der Talente und der Armut?«
Ilja Ilf und Jewgeni Petrow, als »Ilf und Petrow« berühmt und mit ihren satirischen Romanen literarische Stars der frühen Jahre der Sowjetunion, durchquerten mehrere Wochen lang Amerika: von Oktober 1935 bis Januar 1936, von Ost nach West und wieder zurück, ihr mausgraues Ford-Automobil brachte sie 16.000 km durch mehrere hundert Städte.
Sie »erlebten die Indianer, sprachen mit jungen Arbeitslosen, alten Kapitalisten, radikalen Intellektuellen und revolutionären Arbeitern, mit Dichtern, Schriftstellern und Ingenieuren«, sie besuchten kulturelle, soziale, industrielle Institutionen – und fotografierten mit ihrer Leica-Kamera auf der Höhe der Fotokunst ihrer Zeit. Ilf und Petrow wollten »das andere Amerika« jenseits von Wolkenkratzern dokumentieren. Ihr Amerika war ein alltägliches: Das eingeschossige Amerika, von Ilf und Petrow präzis beobachtet, beschrieben und im Stil einer klassischen Fotoreportage bebildert – mit Neugier, Scharfsicht und Ironie.
Der 319. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK

Michael Thumann
Der Islam-Irrtum
Europas Angst vor der muslimischen Welt
Originalausgabe; In zartes, gold schimmerndes Seidenpapier gebunden, mit orientalischen Ornamenten verziert, Fadenheftung mit Lesebändchen
Mit Abbildungen und Karten
336 Seiten
32.00 Euro, 42.90 sFr
Juni 2011
Die Andere Bibliothek - Band 319
ISBN 9783821862385
SZ/NDR/Buchjournal-Liste der Sachbücher des Monats:
Besondere Empfehlung des Monats Juli 2011 von Florian Rötzer
"Ein hochaktuelles und überaus informatives Buch, das in dieser Form noch auf dem Buchmarkt gefehlt hat."
(Bücher, August/September 2011)
Ein engagiertes Plädoyer gegen den Kampf der Kulturen und ein neuer Blick hinter die Fassaden der Paläste und Hütten im Mittleren Osten – zehn Jahre nach dem 11. September 2001.
Europa tut sich schwer mit dem Islam. Der Westen weiß nicht, wie er mit dem explosiven Nahen und Mittleren Osten umgehen soll. Ratlosigkeit und Angst befallen uns, wenn wir auf unsere nahen Nachbarn schauen. Doch die Bilder von Krieg und Aufruhr, Anschlägen und religiösen Fanatikern verengen unseren Blick. Die Schlagwörter von Terrorismus, Gewalt und Islamismus verdecken eine vielfältige, widersprüchliche Wirklichkeit – das ist der Islam-Irrtum.
Der Korrespondent und Reporter Michael Thumann hat die Region viele Jahre intensiv bereist. Er berichtet aus den Rückzugsquartieren der Islamisten in Ägypten, aus den verschwiegenen Wohnpalästen von Saudi-Arabien, aus den Bergen des vom Krieg zerrissenen Kurdistan. Thumann sprach mit gewendeten radikalen Muslimen, die sich Demokratie und Freiheit wünschen, er besuchte Frauen, die nicht Auto fahren dürfen, aber ihre Ehemänner wie Wachs in der Hand halten, er war dabei, als Taliban- und Hisbollah-Kämpfer mit CIA-Agenten über die Welt und sich selbst diskutierten. Der Mittlere Osten verändert sich rasch. Jenseits der Chiffren von Rückständigkeit und Religiosität wachsen am arabischen Golf neue globale Machtzentren heran, steigt die Türkei zu einer neuen Regionalmacht auf, zerfrisst ein wiedererwachter Nationalismus die Gewissheiten der uns bekannten Staatenordnung.
Aus Begegnungen, Reisereportagen und historisch-politischen Betrachtungen formt sich ein neues, spannendes Bild des Nahen und Mittleren Ostens – materialreich, glänzend informiert und mit scharfem analytischen Blick.
Der 318. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK
Marcello Fois
Die schöne Mercede und der Meisterschmied
Ein sardischer Roman
Übersetzt von Monika Lustig
Nachwort von Monika Lustig
Originalausgabe; Einband aus krobgeflecktartigem Naturmaterial, Fadenheftung mit Lesebändchen
312 Seiten
32.00 Euro, 42.90 sFr
Juni 2011
Die Andere Bibliothek - Band 318
ISBN 9783821862439
»Das Glück gefällt dem nicht, der es nicht auch selbst zu fassen kriegt.«
Marcello Fois
1889: Michele Angelo und Mercede, beide Verstoßene und wie ohne Herkunft, geben sich bei ihrer ersten Begegnung ein stummes Versprechen – das in die Ehe führt. Das neue Geschlecht der Chironis wirkt von paradiesischem Glück verwöhnt; nach den Zwillingen Pietro und Paolo kommen in den darauf folgenden zehn Jahren Gavino, Luigi Ippolito und Marianna zur Welt. Die Versprechen der Moderne erreichen die archaisch verschlummerte Kleinstadt Nuoro, der Schmied Michele Angelo bringt es zu neidvoll bewundertem Wohlstand. Als wäre der so bedingungslosen wie sprachlosen Liebe nicht genug, als stellte die stammbaumlose Herkunft der Chironis aus dem Nichts der sardischen Geschichte die Zukunft in Frage. Schicksalhaft folgt infernalischer Schrecken – eine sardische Tragödie.
Die poetische Kraft von Marcello Fois kondensiert die Geschichte Sardiniens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Verwurzelt in einer Epik des kargen und alltäglichen Lebens, wird aus dieser wie fluchhaften Geschichte der Familie von Michel Angelo und Mercede, ihrer Liebe, Hingabe und Trauer, ein sprachliches Ereignis.

