U. D. Bauer
O. T.

Bauer, U. D.

O. T.

Statt eines Nachwortes: Max Dax im Gespräch mit U. D. Bauer

»U. D. Bauer reiht in ihrem Romandebüt wie in einem komplexen Sudoku Zitat an Zitat und schneidet die Welt in über dreitausend Ebenen. O. T. begegnet der Willkür unserer digitalen Welt mit der robusten Verbindlichkeit der Literatur. Ein Glücksfall!« – Alexander Kluge

»Eine detektivische Polyphonie.« – Hans Ulrich Obrist

O. T. zitiert, was uns im Museum begegnet: Werke »Ohne Titel« in die Welt zu entlassen. U. D. Bauer kennen wir als Bildende Künstlerin. Ihr erstes literarisches Werk erzählt, was zunächst nicht der Rede wert scheint; die Geschichte eines Schriftstellers, der seinen Roman schreibt. Aber wie das U. D. Bauer gelingt, das haben wir bisher in der Literatur noch nicht gelesen – kein einziges Wort stammt von der Autorin selbst. »Mich gibt es gar nicht.« O. T. ist wie ein Mosaik, ein Cut-up aus 2857 Zitaten der Welt- und Trivialliteratur und der Poesie. Die Liste der Zitierten reicht wortgewaltig von Dante bis Joyce, von Shakespeare bis Tolstoi – und wir erkennen alle klassischen Romanthemen einer Familiengeschichte: Dreiecksbeziehungen, Betrug, Totschlag, Inzest, romantische Sonnenaufgänge und einsames Verzweifeln am Schreibtisch. Das System »Zettel’s Traum« begegnet uns wieder, ein vielstimmig erzähltes Universum aus Fundstücken und Aufgespürtem.
Sieht so der virtuos wie originell gefügte Endpunkt der Literatur aus? O. T. fügt der Diskussion um copy-and-paste, um Originalität und Autorschaft eine neue Facette hinzu. Und en passant wird O. T. zum Manifest für die Freiheit und Grenzenlosigkeit der Kunst.

 

»Das Buch selbst ist eine Augenweide, insbesondere der Gestaltung wegen, die von Cornelia Pfeil und Friedrich Forssmann stammt.«RBB Radio Eins Literaturagenten, 16.06.2013

»Letzlich zeigt U.D. Bauer, ... dass sich mit den Mitteln des Zitats ein höchst unterhaltsamer, pointierter und hochkomischer Roman schreiben lässt ...«Kai U. Jürgens, Kieler Nachrichten vom 12.06.2013

»Man darf applaudieren ... O.T. ist insofern ein großes Glück, als es ein selten didaktisches Buch ist, das seine Leser einem Selbstexperiment unterwirft.« Philipp Goll, Zeit Online vom 06.06.2013

»Ich würde sagen, es ist das Buch mit dem wenigsten Anteil an Originalität, aber es ist das originellste Buch, was ich seit langem gelesen habe. ... am Ende war ich richtig glücklich.« Ulrich Sonnenschein, hr 2 Kultur am 04.06.2013

»Und nicht nur weil die Autorin es tatsächlich geschafft hat, aus diesen ganz vielen verschiedenen Büchern, wie gesagt 2857 Zitate, … so etwas wie eine Handlung zusammenzubasteln … sondern es ist auch schon deswegen unterhaltsam, weil diese Abfolge von Fundstücken und der schönen Zitate als solche schon großen Spaß macht … erstmal denkt man, das ist so eine verstiegene künstlerische Idee, irgendwie so für die hintere Ecke der documenta, und dann macht es aber tatsächlich großen Spaß, dieses Buch in die Hand zu nehmen, das auch sehr bibliophil gestaltet ist – wie immer in der Anderen Bibliothek.« Johan Schloemann, Schloemanns Auslese, Sueddeutsche.de 29.05.2013

»Die Autorin (ist sie das eigentlich?) hat aus dieser Fülle an Einzelzitaten eine durchaus lesenswerte und witzige Roman-Collage fabriziert.« Helmut Hickel, Main-Post Würzburg; Schweinfurter Tagblatt vom 12.04.2013

»Max Dax .... stellt sich der Autorin und geht diesem einzigartigen Unterfangen auf den Grund, das man unbedingt gelesen haben sollte: denn O.T. funktioniert. So darf man am Ende durchaus von einem kleinen literarischen Wunder sprechen.« Zuckerkick Online, April 2013

»Man kann das Buch mit dem Titel O.T. auch dann mit Gewinn lesen, wenn man das ihm zugrunde liegende Prinzip schon nach den ersten Seiten verstanden hat. ... O.T. lässt sich wunderbar als Bonmotsteinbruch nutzen, und oft blättert man neugierig durch den vielseitigen Anhang mit den unter dem Rumbrum Danksagungen aufgeführten Zitatquellen.« Thomas Hübener, Spex, April 2013

»Das originellste Buch, dem man auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse begegnen kann, ist aus dem konsequenten Verzicht auf Originalität hervorgegangen ... Dieses Buch betreibt Mimikry mit der bildenden Kunst, ist aber durch und durch Literatur... Und wie ein Roman – und dies ist einer, obwohl er es stolz verschmäht, sich so zu nennen...« Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung vom 14.03.2013

U. D. (Ursula Dorothea) Bauer wurde in Allenstein geboren. Nach dem Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Kiel unterrichtete U. D. Bauer Deutsch und Bildende Kunst. Seit 1987 lebt sie in Berlin.

O. T.