Blaise Cendrars
Moravagine

Cendrars, Blaise

Moravagine

Monsterroman

In der vollständigen und von Blaise Cendrars autorisierten und von Stefan Zweifel revidierten Übersetzung von L. Radermacher (1928), kommentiert, mit allen Schriften von Moravagine ergänzt und mit einem Nachwort versehen von Stefan Zweifel

Moravagine ist ein faszinierend beunruhigendes Werk und führt ins Zentrum der künstlerischen Moderne des 20. Jahrhunderts. Aber Moravagine ist auch immer noch, 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, ein eher verborgenes Buch.

Dieser Krieg ist noch nicht vorbei, als 1917 Cendrars in einem Brief an Jean Cocteau seinen Plan annonciert: »Ich sage Dir, ein Monster...« Und was zeitgemäß »Das Ende der Welt« heißen sollte, erscheint endlich 1926 als Moravagine: Es ist der Name eines Amokläufers, eines Triebwesens, in dessen Name sich der Tod (la mort) und das Gebärende (le vagin) zwittrig vereinen. Moravagine, mehr Phänomen denn Person, ist ein Nomade seiner Wunschtriebe, eine Figur des Bösen, die die Ausschweifungen des Wahnsinns lebt, ein an der Sinnlosigkeit Verzweifelnder.

Moravagine, so heißt der ungarische Adlige, der mit Unterstützung eines Arztes, des Erzählers Raymond, das Sanatorium Waldensee verlässt und mit ihm auf eine zehnjährige Reise geht: über Berlin in den russischen Revolutionsterrorismus, mit dem Schiff nach New York und weiter auf Goldsuche bis zu den Indianern , eine Flucht zum südamerikanischen Orinoko und zurück nach Paris, zu einem Flug um die Welt und in den Morphinismus.

 

»In den wilden Abenteuern des Revolutionärs und Frauenmörders Moravagine spiegeln sich gleichermaßen Eleganz und Brutalität des frühen 20. Jahrhunderts.« Kieler Nachrichten vom 20.12.2014

»Von Zweifel überarbeitet ... und mit Anmerkungen versehen worden, die kenntnisreich durch intertextuelle Bezüge führen.« Claudia Mäder, Neue Zürcher Zeitung vom 01.11.2014

»Bei der Neuedition in der Reihe Die Andere Bibliothek handelt es sich um eine gewohnt schöne und aufwändige Ausgabe, die mit einem umfangreichen Apparat aufwartet.« Linda Maeding, literaturkritik.de, 02.10.2014

»Dieser Roman ... entführt auf eine absolut lesenwerte Tour de Force durch die Welt.« Heiko Buhr, Lebensart, Ausgabe 10/2014

»Zweifels Übersetzungen und die Bearbeitung von Moravagine geben die Kraft von Cendrars' Sprache wieder.« Basler Zeitung vom 16.09.2014

»In jedem Fall gestaltet sich die Lektüre des 1926 veröffentlichten Buchs noch immer so krachend und splitternd, so elegant und inspiriert, dass man sofort wieder von vorn mit dem Lesen anfangen möchte.« Kai U. Jürgens, Kieler Nachrichten vom 10.09.2014

Platz 10 der SWR-Bestenliste im Juli/August 2014

»Moravagine ist einer der verrücktesten Romane des vergangenen Jahrhunderts ... Stefan Zweifel ... gibt in seinem wunderbar umfangreichen und assoziationsstarken Anhang eine Fülle von wertvollen Hinweisen und Informationen, die die Lektüre bereichern.« Martin Zingg, NZZ am Sonntag, Bücherbeilage, 31.08.2014

»Wer diesen Band erwirbt, der nimmt ein ganzes Blaise-Cendrars-Lexikon mit nach Hause ... Ein Buch zum Weglegen, Wiederaufgreifen, nach-Jahren-wieder-drin-Blätttern.« Charlotte Lacroix, besondersbuch.wordpress.com, 22.08.2014

»Muss man Moravagine lesen? Unbedingt, ich bestehe sogar darauf! Das ist einer der wichtigsten Spiegel, die der Europäer von heute vor die Augen bekommen kann.« Oleg Jurjew, Frankfurter Rundschau vom 21.08.2014

»Dieser Molotowcocktail von einem Roman antizipiert, erschafft und strapaziert das totalitäre 20. Jahrhundert in seiner Monstrosität wie kaum ein anderes Werk.« Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung vom 16.08.2014

»Nun ist der 1926 erschienene berühmte Monsterroman des 1887 in La Chaux-de-Fonds geborenen Schriftstellers neu erschienen – in einer von Stefan Zweifel revidierten Übersetzung samt Kommentar.« Bernadette Conrad, St. Galler Tagblatt vom 13.08.2014

»Ich wüsste nicht, welchen Schweizer Autor man in der Zeit finden würde, der so großartig die Sprache beherrscht, wie das Cendrars getan hat.« Alain Claude Sulzer, SRF 2, 52 beste Bücher, 27.07.2014 

»Nun hat der Zürcher Stefan Zweifel, der für die buchgestalterisch traumwandlerischer denn je agierende Andere Bibliothek schon Roussels Locus Solus edierte, Cendrars' Monsterroman ... neu herausgegeben ... und eine Fülle an zusätzlichem Material beigefügt.« Alexander Kluy, Der Standard vom 21.07.2014

»... es erscheint als 352. Band der Anderen Bibliothek, dieser wohl großartigsten Buchreihe, die sich denken lässt ... Stefan Zweifels kluges und erhellendes Nachwort tut ein Übriges, Cendrars und Moravagine zu fürchten und zu bewundern, stellt er ihn doch – endlich! – in den literarischen und literaturgeschichtlichen Kontext, der ihm angemessen ist.« Martin Gaiser, Radio freeFM Ulm, Freunde reden Tacheles, 25.07.2014

»Die erste deutsche Übersetzung von Moravagine ... hat Stefan Zweifel liebevoll überarbeitet, kommentiert, mit verstreuten, teils bisher unbekannten Schriften ergänzt und mit einem vor Begeisterung sprühenden Nachwort versehen.« Ina Hartwig, Süddeutsche Zeitung vom 10.07.2014

»Vor allem auf dieser exzessiven Prosa um einen adligen Psychopathen und Frauenmörder beruht Cendrars' Ruf als literarischer Berserker ... seit Jahrzehnten ein Geheimtipp.« Peter Burri, Tages-Anzeiger vom 01.07.2014

»Eine Leuchtrakete der Klassischen Moderne: spannend geschrieben ... wild und weit, kunstvoll verspielt ... Ein irres Buch, das auch politisch wieder brisant werden könnte.« Martin Lüdke, faustkultur.de, Juni 2014

 

Wir kennen von Blaise Cendrars (1887-1961) Gedichte, Romane und Erinnerungen, Filmszenarios, Reportagen und Essays. Geprägt vom Ersten Weltkrieg und der eigenen Verletzung – der in Paris lebende Westschweizer Blaise Cendrars meldete sich 1914 als Freiwilliger bei der französischen Fremdenlegion –, ist Blaise Cendrars‘ Moravagine eine literarische Selbsterkundung, in der Leben und Literatur sich nicht mehr trennen lassen.

Stefan Zweifel (*1967) lebt als Journalist, Übersetzer, Kurator und Moderator in Zürich. Bekannt wurde er durch seine Neuübersetzung von de Sades Hauptwerken. 2009 Auszeichnung mit dem Berliner Preis für Literaturkritik, 2011 Zuger Übersetzerpreis. In der Anderen Bibliothek erschien als Band 329 Locus Solus von Raymond Roussel in Stefan Zweifels revidierter Übersetzung. Seit Herbst 2012 leitet er den »Literaturclub« im Schweizer Fernsehen.

 

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