Ilja Ilf und Jewgeni Petrow
Kolokolamsk

Ilja Ilf und Jewgeni Petrow

Kolokolamsk

und andere unglaubliche Geschichten

Übersetzt aus dem Russischen von Helmut Ettinger

Dem Wahnwitz des Sowjetreichs sind Ilf und Petrow mit Satire begegnet. Ihre Geschichten liegen nun erstmals übersetzt vor. Dieser Band wurde von der Stiftung Buchkunst zu einem der »schönsten deutschen Bücher« 2016 gekürt.

Der Vorrat an Geschichten und Erzählungen des russischen Autorenduos Ilja Ilf und Jewgeni Petrow scheint unerschöpflich. Vor dem Erscheinen ihres Klassikers Das goldene Kalb (1931–1933), veröffentlichten sie mehrere Sammlungen, in denen immer die sowjetische Alltagswelt während des ersten Fünfjahresplans sichtbar wird: Kolokolamsk und andere unglaubliche Geschichten, Eine Lichtgestalt und 1001 Tag oder die neue Scheherezade. Groteske Possen aus der Provinz, bevölkert mit komischen Figuren und verkrachten Existenzen, betrügerischen Bürokraten und ganovenhaften Kleinbürgern. Diesem sowjetischen Universum begegnen »Ilf und Petrow« mit parodierender Ironie, subversivem Sprachwitz und erbarmungsloser Komik. Ihre Bücher wurden populärer »Kult«.

„In der satirischen Welt, die Ilf und Petrow errichteten, gibt es kaum etwas Gefährlicheres als den banalen Alltag, kaum etwas Absurderes als die reine Parteivernunft, kaum etwas Verrückteres als den gesunden Menschenverstand. Diese Geschichten waren eine radikale Kritik an der sowjetischen Gesellschaft – und entlarven auf bedrückende Weise die postkapitalistische Gesellschaft der Gegenwart.“ Stefana Sabin, Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2016

"Der Spaß an der Groteske, der Satire und dem Spiel mit Klischees verbindet Ilf und Petrow mit dem Werk Gogols. (...) Es gibt viel zu lachen in diesem Buch, doch es ist kein naiver Humor. Ilf und Petrow nehmen schonungslos die neue Herrschaft aufs Korn, zum Beispiel den Übereifer solcher Sowjetbürger, die nicht nur Zirkel "zur Erziehung der sowjetischen Mutter" gründen, sondern auch gleich solche zur Weiterbildung des "sowjetischen Säuglings"." Olga Hochweis, Deutschlandradio Kultur, 13.02.2016

"Ein herrlicher Lesespaß ..." Peter Jungblut, Bayern 2, 01.12.2015

„Neben den auch heute noch brisanten Kolokolamsker Geschichten enthält die neue Ausgabe drei weitere Komplexe grotesker Possen aus der sowjetischen Provinz Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre, die dem parodistischen Sprachwitz und der umwerfenden Komik der beiden großen Romane in nichts nachstehen.“ Karlheinz Kasper, neues deutschland, 13.04.2016

"Er enthält 4 umfangreiche Erzählungen, alle erstmals auf deutsch, darunter die Titelerzählung mit unglaublichen Geschichten aus der fiktiven sowjetischen Stadt Kolokolamsk, die wie in einem Brennglas die Absurditäten des sowjetischen Alltags einfangen. Die schön gestaltete Ausgabe bietet vergnügliche, kurzweilige Lektüre ..." Dorothea Trottenberg, ekz bibliotheksservice, 18.01.2016


»Ilf und Petrow« hießen eigentlich Ilja Arnoldowitsch Ilf (1897–1937) und Jewgeni Petrowitsch Katajew (1903–1942) und stammten aus Odessa. Mit Michail Bulgakow arbeiteten sie in Moskau für satirische Zeitungen, bis sie über zwölf Jahre hinweg ihre erstaunlicherweise von der Zensur kaum beeinträchtigte literarische Karriere als berühmte Autoren machten. Ilja Ilf starb 1937 an Tuberkulose, Jewgeni Petrow kam 1942 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. In der Anderen Bibliothek erschienen von ihnen ihre Reise im Auto durch die USA Das eingeschossige Amerika (Band 320/321) und Das goldene Kalb (Band 340).

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