Michail Ossorgin
Eine Straße in Moskau

Ossorgin, Michail

Eine Straße in Moskau

Roman

Aus dem Russischen übersetzt, mit Anmerkungen und einem Nachwort versehen von Ursula Keller unter Mitarbeit von Natalja Sharandak

antiquarisch suchen Alternativ verfügbar: Extradrucke

Beim Verlag vergriffen, bei unserer Partnerbuchhandlung Kohlibri sind noch letzte Exemplare erhältlich.

Eine Entdeckung: ein Roman aus dem Jahr 1928, erschienen in der Pariser Emigration und nun neu aus dem Russischen übersetzt.

»In einer fremden Stadt entlieh ich den Titel meines ersten großen Romans bei einer der bemerkenswertesten Straßen meiner Heimatstadt« – schrieb Michail Ossorgin, der bereits 1922 auf Lenins Befehl hin die Sowjetunion verlassen musste und es mit diesem Roman zu internationaler Berühmtheit brachte.

Die Straße in Moskau heißt »Siwzew Wrazhek«. Es ist eine kleine Straße im Zentrum von Moskau, doch seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit großer literarischer Tradition: Der junge Tolstoj lebte hier, genauso wie Marina Zwetajewa und Pasternaks Doktor Schiwago spielte hier zum Teil.

Im Frühjahr 1914, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, beginnt Eine Straße in Moskau und endet im Frühlingserwachen des Jahres 1920: Weltkrieg, Revolution und der Kampf zwischen den »Roten« und »Weißen« ist auch durch diese Moskauer Straße gegangen, hat ihre Bewohner zu anderen Menschen gemacht. Wie durch ein Brennglas werden die epochalen Ereignisse im Mikrokosmos eines Professorenhaushalts um den Ornithologen Iwan Alexandrowitsch und seine Enkelin »Tanjuscha« verwundert betrachtet und zu einem Mosaik aus 86 Bildern und Szenen meisterhaft montiert: ein Film in Prosa, ein dramatisches Personal, unvergessliche Szenen, realistisch direkt oder symbolisch-parabelhaft überhöht. Eine Straße in Moskau ist ein Zeitroman und die literarische Chronik eines wiederentdeckten großen russischen Stilisten.

„Aber nur was ganz vergessen war, kann strahlend neu werden, und so ist denn ... Eine Straße in Moskau  die eigentliche literarische Sensation dieses Herbstes“ Martin Mosebach, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2015

„Ein Klassiker, was immer das heißen mag, ist uns zugewachsen, ist aus dem Nichts aufgetaucht und hat sich ganz selbstverständlich eingereiht in unser Bücherregal, dort wo die große, tolle Gesellschaftsliteratur steht, auf deren Übertrumpfung oder auch nur Einholung wir seit den 30er-Jahren warten …“ Klaus Ungerer / DIE WELT, 15.08.2015
 

„Er beschreibt stilistisch meisterhaft, wie unterschiedlich sie mit den dramatischen Begebenheiten von Oktoberrevolution, Bürgerkrieg und Erstem Weltkrieg umgehen.“ Olga Hochweis, Deutschlandradio Kultur, 22.07.2015

„Die Entdeckung eines Autors vom Rang vielleicht eines Michail Bulgakow. Sein Roman spiegelt die russische Lebenswelt vom Vorabend des Ersten Weltkrieges, im Frühjahr 1914, bis wiederum zum ersten Schwalbenflug des Jahres 1920.“ Peter von Becker, Tagesspiegel, 11.10.2015
 
„Ossorgin blickt auf ein pralles Panorama menschlicher Schicksale Eine wunderbare Widerentdeckung!“ Südwest Presse, 30.11.2015

1878 als Spross einer Adelsfamilie in Perm/Ural geboren, wurde Michail Ossorgin (eigentlich Iljin) in der Zeit der revolutionären Unruhen des Jahres 1905 als Sozialrevolutionär verhaftet; er floh ins Ausland und kehrte erst mehr als ein Jahrzehnt später nach Russland zurück. Als Kritiker der Bolschewiki wurde Ossorgin zunächst verbannt, dann 1922 mit einer großen Gruppe Intellektueller auf dem berühmten »Philosophenschiff« außer Landes gebracht. Nach einer Zeit in Berlin ließ er sich in Paris nieder und starb als staatenloser Flüchtling 1942 im zentralfranzösischen Chabris.

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