Adams, Charles Warren

Das Mysterium von Notting Hill

Mit Illustrationen von George du Maurier und einem Nachwort von Jürgen Kaube. Aus dem Englischen von Boris Greff und Matthias Marx


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Es ist der Urkriminalroman – der allererste Kriminalroman der Literaturgeschichte: einzigartig in seiner Form und überraschend in seiner Modernität, den Leser mit der Lektüre der Ermittlungsdossiers an der Lösung des Rätsels zu beteiligen.

In einer Zeit, in der sich das Genre des Krimis etwa bei Edgar Allan Poe gerade erfand, wagte sich 1862 ein anonymer Autor auf unbekanntes Terrain: erstmalig stand das Aufrollen der Vorgeschichte eines Mordes im Mittelpunkt eines Romans.

Der Ermittler Mr. Henderson, beauftragt von der Life Insurance Association, soll herausfinden, ob Baron R**, ein begabter Chemiker, seine Frau vergiftet hat – sie starb an einem Becher Säure. Ihre fünffache Lebensversicherung erhärtet den Mordverdacht. Das zusammengestellte Akten-Mosaik besteht aus Krankenhausberichten, Zeugenaussagen, Heiratsurkunden, Tagebuchauszügen sowie Briefen und beleuchtet quer durch alle Schichten das viktorianische Zeitalter. Die nüchterne Aktenform steht im spannungsreichen Kontrast zum mysteriösen Geschehen: Kinder werden von Zigeunern gestohlen, ein letzter Wille verspricht Reichtum, der Verdächtige hat verdächtig grüne Augen, fragwürdige Heilmethoden bestimmen den Handlungsverlauf, statt einem Mord gab es gleich drei ... Obwohl die Akten die Schuld des Barons nahelegen, scheint es, als habe dieser das perfekte Verbrechen begangen. Virtuos verstößt der erste Kriminalroman gegen die goldene Regel des Genres: Kein Rätsel ohne Aufklärung. »Meine Aufgabe ist erledigt. Im Besitz aller Indizien, die vor ihnen ausgebreitet sind, wird ihr Urteil darüber so gut sein wie meins.«

Eine Chronologie zur Entstehungsgeschichte von Das Mysterium von Notting Hill finden Sie hier.

»Ein höchst unterhaltsames Kuriosum der Literaturgeschichte ... Ein instruktives Nachwort zum Genre des Kriminalromans rundet diese gelungene Wiederentdeckung ab.« Jürgen Brocan, fixpoetry.com, 02.09.2014

»Dieser uralte Roman ist hochmodern konstruiert ... Unbedingt lesenswert.« Dieter Bromund, Seereisen Magazin, Ausgabe Juli/August 2014

»Der Krimiplot wirkt hochmodern.« Georg Gitzinger, SR aktueller bericht, 22.04.2014

»In einer Form dargeboten ... die Spannung auf überraschende Weise erzeugt ... zeigt, dass auch Gattungsgeschichte zum detektivischen Vergnügen geraten kann.« Julika Griem, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10.06.2014

»Hier haben wir ... nun den ersten richtigen Detektivroman ... Wunderschön von damals – und mit einem lehrreichen Nachwort versehen.« Das Magazin, Juni 2014

»Pflichtlektüre! Arno Schmidt hätte daran seine helle Freude gehabt. Sogar ein Doktor Watson tritt kurz auf.« Andreas Ammer, Deutschlandfunk Büchermarkt, 20.05.2014

»Das Besondere ist auch, dass es kein durchgeschriebener Kriminalroman in dem traditionellen Sinne ist, sondern es ist eine Versammlung von Arztberichten, von Tagebuchauszügen, von Briefen, von Urkunden, von Verhörprotokollen und man muss sich als Leser aus diesem dargebotenen Material selbst sein Urteil bilden.« Ralph Schock, Saarländischer Rundfunk »BücherLese« vom 16.04.2014

»Vom gruseligen Baron, dem 'mächtigsten Mesmeristen' Europas, über das von 'Zigeunern' entführte Zwillingskind bis zur schlafwandelnden Schönen ist alles dabei – und wenn sich Henderson in diversen Vorreden zu Wort meldet, klingt er zugleich wie ein nüchterner Scharfsinnheld und wie ein angsterfüllter Exorzist.« Die Welt vom 22.03.2014

»... aus der reinen Übersetzung des ersten Kriminalromans ist ein wahres Leseerlebnis geworden.« Saarbrücker Zeitung vom 14.03.2014

»Der allererste Kriminalroman der Literaturgeschichte ... ist überraschend in seiner Modernität, den Leser mit der Lektüre von Ermittlungsdossiers an der Lösung des Rätsels zu beteiligen. Eine schöne Ausgabe ...« Neues Deutschland vom 12.03.2014

»Der Roman versammelt Tagebucheinträge, Briefe und Zeugenaussagen, so dass es – ein hochmodernes literarisches Verfahren – dem Leser überlassen bleibt, seine deduktiven Schlüsse zu ziehen ... Das Spannendste an dem 'Mysterium von Notting Hill', das am Mittwochabend in Berlin vorgestellt wurde, ist der Krimi hinter dem Krimi.« Christian Schröder, Tagesspiegel vom 07.03.2014

»Vergnügen hat sie (seine düster-vergnügliche Gruselgeschichte) ihm ganz offensichtlich gemacht – ebenso wie seinen Lesern.« Katharina Doebler, RBB Kulturradio vom 07.03.2014

Charles Warren Adams (1833-1903) war der Erfinder des Kriminalromans Das Mysterium von Notting Hill, der erstmalig anonym 1862 als achtteiliger Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Once a Week und 1865 als Buch unter dem Pseudonym Charles Felix erschienen war. Erst in den letzten Jahren konnte ein amerikanischer Literaturprofessor Charles Warren Adams‘ Autorenschaft zweifelsfrei belegen. Der studierte Jurist, der Verlagsleiter wurde, Insolvenz (!) erlitt, danach Sekretär der Gesellschaft gegen Tierversuche wurde und mit der Heirat der Tochter des zweithöchsten Richters einen gesellschaftlichen Skandal erregte, gab sich zeit seines Lebens nicht als Autor zu erkennen.

Das Mysterium von Notting Hill

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