Diderots Enzyklopädie

Mit Kupferstichen aus den Tafelbänden

Neu ediert von Anette Selg und Rainer Wieland; übersetzt aus dem Französischen von Holger Fock, Theodor Lücke, Eva Moldenhauer, Sabine Müller

Denis Diderot zum 300. Geburtstag am 5. Oktober 2013

Die Enzyklopädie oder das vernünftig durch­dachte Lexikon der Wissenschaften, Künste und Gewerbe: Sie wurde zum Synonym für das, was uns Späteren als das Jahrhundert der Aufklärung erscheint.

Als die ersten Bände dieses von Denis Diderot und seinem Freund Jean Baptiste le Rond d’Alembert konzipierten Kompendiums allen Wissens ihrer Zeit 1751 erschienen, trafen sie auf ein überwältigendes Interesse: Diderots Enzyklopädie erleuchtete die Eliten Europas.

Ob Intellektuelle oder Ingenieure, Juristen oder Ärzte, Ökonomen oder die sich herausbildenden Manufakturbetreiber – die Verständigung des gebildeten Publikums über die damals bekannte Welt fand zu einer neuen gemeinsamen Sprache. Jenseits von christlichem Weltbild und könig­lichem Gottesgnadentum versammelte die Enzyklopädie aus den Bereichen »Wissen­schaf­ten, freie Künste und mechanische Künste« das Weltwissen im Zeichen von Vernunft und Wissen­schaft. Die Enzyklopädie betrieb Auf­klä­rung – gegen den erbitterten Widerstand der Kräfte des »alten Regimes«.

Denis Diderot beschrieb selbst das Wesen des von ihm geleiteten, immer wieder ökonomisch, politisch, juristisch bedrohten Mammut­unter­nehmens im lexikalischen Eintrag unter E – wie Enzyklopädie: »Tatsächlich zielt eine En­zy­klopädie darauf ab, die auf der Erd­ober­fläche verstreuten Kenntnisse zu sammeln, das allgemeine System dieser Kennt­nisse den Men­schen darzulegen, mit denen wir zu­sammen­leben, und es den nach uns kommen­den Menschen zu überliefern, damit die Arbeit der vergangenen Jahrhunderte nicht nutzlos für die kommenden Jahrhunderte gewesen sei ...«

Fast zwanzig Jahre verbrachte Denis Diderot mit der Enzyklopädie: Sie ist sein mit ungeheurer Begeisterung und Hartnäckigkeit durch­ge­führ­tes Lebenswerk, sie ist eines der Hauptwerke der Aufklärung. Und: Die Enzyklopädie war ein glän­zen­des Geschäft. Sie enthält Beiträge von 142 namentlich bekannten weiteren Bearbeitern – darunter von Be­rühmt­heiten wie d’Holbach, Montesquieu, Rousseau oder Voltaire; und die wohl einzige Frau zeichnete als Susanne-Marie de Vivans.

Diderot, selbst Sohn eines Messer­schmie­de­meis­ters, lud zudem Hand­werker ein, die gleich­berech­tigt neben Philosophen oder Künst­lern, schrieben: ein Uhrmacher etwa über die Mechanik eines Uhr­werks. Als er selbst nach 17 Textbänden (etwa 18.000 Seiten / etwa 72.000 Artikeln) und zugehörigen Bildtafelbänden die eigene Arbeit an die Nachfolger übergab, wusste er, wie er selber schrieb: »Wenn man den un­er­mess­lichen Stoff einer Enzyklopädie überblickt, erkennt man deutlich nur eins: nämlich daß sie keinesfalls das Werk eines einzigen Menschen sein kann.«

Die Neuedition von Anette Selg und Rainer Wieland folgt der Überlegung: Was interessiert uns aus diesem gewaltigen Steinbruch des Lebens noch heute? Beigegeben sind unserer neuen Ausgabe ausgewählte Kupferstiche aus den Tafelbänden – die auf uns wie lebendige Bildgeschichten aus der Welt des 18. Jahr­hun­derts wirken. Die elf Bildtafel-Bände mit 2.885 Kupferstichen und 2.575 Erläuterungen auf etwa 7.000 Seiten ergänzten die alphabetisch ge­ord­neten Textbände.

»Die hier vorgelegte bibliophil ausgestattete Edition wesentlicher Artikel und großartiger Kupferstiche aus den Tafelbänden zeigt, wie lebendig dieses Werk ... noch immer ist.« Holger Böning, Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte, Jahrgang 16/2014

»Ein intellektuelles Vergnügen (gerade im Zeitalter von Wikipedia).« Cornelia Frenkel, UNIversalis, Ausgabe 18/ Sommer 2014

»Diese wunderschöne Neuedition von Diderots Enzyklopädie mit ausgewählten Kupferstichen aus den Tafelbänden, die auf uns wie lebendige Bildgeschichten aus der Welt des 18. Jahrhunderts wirken, ist das Resultat – und ich stelle es nicht nur gerne neben meine Diderot-Auswahl von 2001, sondern lese mich mit Begeisterung fest.« Rotraut Schöberl, 5plus, Ausgabe 2/2013

»Eine Auswahl dieses fantastischen Buches aller (modernen) Bücher ist vor wenigen Wochen als Prachtband der 'Anderen Bibliothek' in den Handel gekommen: ein 500-seitiger, konzis eingeleiteter, gewissenhaft edierter und höchst liebevoll gesetzter Schatz mit reproduzierten Kupferstichen aus den Tafelbänden – und mit Texten, über deren Ausahl sich streiten lässt, die aber immer kostbar und kunstvoll genug sind, um uns auf höchst angenehme, gelehrte Weise mit unserer Vergangenheit und Zukunft im Gespräch zu halten.« Dieter Schnaas, Wirtschaftswoche vom 19.01.2013

»Ein Meisterwerk der modernen Editionsgeschichte.« Ernst W. Kölnsperger, Studiosus Reisen Bücherschau, Dezember 2013

»Der von Annette Selg und Rainer Wieland bereits 2001 besorgte Auswahlband enthält nicht nur eine Auswahl der interessantesten und spannendsten Stichworte, sondern gibt in der prächtig gestalteten Neuausgabe auch zahlreiche Kupferstiche wieder, die trotz ihrer künstlich wirkenden Aufgeräumtheit einen bemerkenswerten Blick in die Welt des 18. Jahrhunderts ermöglichen. Ein angemessenenes Geschenk zu Diderots 300. Geburtstag und zum Projekt der Auklärung, das Anfeindungen zum Trotz auch weiterhin aktuell bleibt.« Kai U. Jürgens, Kieler Nachrichten vom 02.01.2014

»Und wie so oft bei den aus diesem Hause kommenden Folianten ist auch dieser gemacht, um zum Lieblingsobjekt für Wissenssammler, Literaturliebhaber und Bücherstreichler zu werden ... Etliches davon mag längst überholt sein – und trotzdem ist es ein Genuss, durch die mit großen Kupferstichen illustrierte Neuausgabe zu flanieren. Denn Diderot und seine Mitautoren lieferten für dieses Werk feinsinnige, literarische Perlen ab, die Holger Fock, Theodor Lücke, Eva Moldenhauer und Sabine Müller exzellent ins Deutsche übersetzt haben.« Uwe Stiehler, Märkische Oderzeitung vom 07.12.2013

»Eine Auswahl aus Diderots und D'Alemberts Mammutwerk aus dem 18. Jahrhundert, das heute synonym für Aufklärung steht und noch immer großen Spaß macht.« Tania Martini, taz vom 07.12.2013

»... ein wunderschönes und kluges Buch voller Esprit, Poesie und Brillanz.« Tagesspiegel vom 01.12.2013

»Unendliches Lesevergnügen ... Ein bestechend repräsentatives Geschenk. Prächtig nicht allein der Inhalt, sondern auch die Gestaltung, die exzellente Typographie, die Einführung, die Führung durch das Buch, brillanter Einführungsessay von Anette Selg & Rainer Wieland. Kurz: Ein Geschenk, kostbar wie ein Haus in Paris!« Helmut Benze, BuchMarkt, Dezember 2013

»Aus diesem epochalen Werk, das zwischen 1751 und 1772 erschien, haben Anette Selg und Rainer Wieland für die herrlich opulent aufgemachte, um zahlreiche Kupferstiche ergänzte Neuedition Diderots Enzyklopädie jene Artikel herausgesucht, die auch im 21. Jahrhundert von Brisanz sind.« Lukas Luger, Oberösterreichische Nachrichten vom 15.11.2013

»Ein bibliophiles Meisterwerk« Jan Stephan, nordbayern.de, 08.11.2013

»Ziel war damals, die Welt neu zu denken. Die Lektüre ist auch heute noch ein Vergnügen.« Passauer Neue Presse vom 05.11.2013

»Das ist ein besonders schöner Band, der ist eben gerade erschienen zum 300. Geburtstag in Ihrer Anderen Bibliothek.« Felicitas von Lovenberg im Gespräch mit Hans Magnus Enzensberger, SWR lesenswert vom 24.10.2013

»Es kann nie falsch sein, an dieses gewaltige Werk in geeigneter Weise zu erinnern – und so nimmt man erfreut die vorliegende großformatige Ausgabe zur Hand, die den Leser des 21. Jahrhunderts wiederum einen sehr guten Eindruck davon gibt, was an der Enzyklopädie im 18. Jahrhundert so wichtig war.« Till Kinzel, IFB, Oktober 2013

»Die Andere Biblitohek hat beschlossen, dem Heros der Lexikografie anlässlich des Jubiläums ein Denkmal zu setzen, und was könnte das anderes sein, als ein großes Buch? Es ist ein Prachtband im Quartformat geworden ... Verschönt wird das Buch durch die Wiedergabe von Kupferstichen ... Im Zeitalter des E-Books dürfte es den FreundInnen moderner Buchkunst zunehmend seltener vergönnt sein, solch gewichtige Köstlichkeiten in den Händen zu halten.« Botho Cude, scharf-links.de, 10.10.2013

»Schon einmal hatte die Andere Bibliothek diese Auswahl veröffentlicht, im Jahr 2001. Darüber hinaus bietet die neue Ausgabe eine Auswahl von mehr als zweihundert Kupferstichen aus den Tafelbänden der Enzyklopädie. In Verbindung mit den Texten lassen sie nicht nur einen Zusammenhang enstehen, die wie lebendige Bildgeschichten aus der Welt vor der Französischen Revolution anmuten. Viemehr ist auch etwas von der gewaltigen Wirkung nachzuvollziehen, die die Enzyklopädie bei ihrem ersten Erscheinen auslöste.« Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung vom 05.10.2013

»Die schönste Wiederentdeckung. ... Erwünschter kann die Neuausgabe eines Klassikers nicht sein, auch nicht großartiger gestaltet. Hier machen Texte und Illustrationen deutlich, was die Stärke des 18. Jahrhunderts war: Wissen charmant und ansprechend zu präsentieren, ohne dabei den sachlichen Kern zu vernachlässigen.« Tilman Krause, Die Welt vom 05.10.2013

»Die Andere Bibliothek bringt jetzt, zum Diderot-Jubiläum, eine Auswahl dieser Bilder in einem großartigen Band neu heraus. Wer sich das anschaut, weiß nicht, was er mehr bewundern soll: die akkuraten, herrlich plastischen Zeichnungen oder schlicht und ergreifend die ungeheure bibliophile Schönheit des gesamten Unternehmens.« Tilman Krause, Welt am Sonntag vom 29.09.2013

Auf Zeit Online ist eine große Bilderstrecke mit Motiven aus der Enzyklopädie zu bewundern: »Aufrührerisches im Lexikon? Heute schwer vorstellbar, wenn der Brockhaus im Schrank verstaubt. Doch als Denis Diderot 1751 seine Encyclopédie beginnt, geht es nicht nur um ein Mammutwerk. Auch an den Zuständen vor der französischen Revolution will er rütteln.«

»Gerade die Subjektivität macht Diderots Enzyklopädie nicht nur zu einem unerschöpflichen Archiv des Lebens im 18. Jahrhundert, sondern lässt die Texte auch nach fast 300 Jahren so lebendig erscheien, als seien sie gerade erst geschrieben worden.« Volker M., amazon.de

Denis Diderot ist 1713 in Langres geboren; er starb 1784 in Paris. In der Anderen Bibliothek ist 1988 »Die Geschichte beider Indien« erschienen, die er zusammen mit Guillaume Raynal verfasst hat. 1989 folgten Diderots »Briefe an Sophie« sowie 2001 »Die Welt der Encyclopédie«.

Die Editoren: Anette Selg, geboren 1968, ist Journalistin und mehrfach ausgezeichnete Autorin. Rainer Wieland, geboren 1968, ist freier Lektor, Autor und Herausgeber, von dem zuletzt Das Buch der Tagebücher (2010) erschien. Beide leben in Berlin.

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